Was wir erforschen, zeigt sich im Bewußtseinslicht.

Diese Beiträge dürfen mit entsprechendem Verfasser- und Herkunftsverweis zitiert bzw. als Quelle verwendet werden (WB = Wolf Bergelt).

 

Historiographische Notizen des Organisten Andreas Benjamin Lehmann (1755) mit späteren Zusätzen
Historiographische Notizen des Organisten Andreas Benjamin Lehmann (1755) mit späteren Zusätzen

Die ehemalige Scherer-Orgel in Bernau

 

Im Rahmen eines Orgelgeschichtsprojektes der St. Marien-Gemeinde in Bernau wurde der Verfasser mit der Kompletterschließung aller noch vorhandenen Primärquellen zur Geschichte der berühmten Orgel von Hans Scherer d. Ä. beauftragt. Die Arbeit wird die Aufarbeitung und Komplettdokumentation aller verfügbaren Archivalien des Gemeinde-, Stadt-, Landeshaupt- und Landeskirchenarchivs umfassen. Die bedeutungsschwersten Unterlagen sind fast vollständig im Stadtarchiv Bernau erhalten und werden dort von der Archivleiterin Frau Ute Hübner betreut, der an dieser Stelle ein ganz besonderer Dank für ihre engagierte und fachkompetente Unterstützung gebührt, die zum Gelingen des Projektes wesentlich beigetragen hat. (WB, 01/2015).

Feuerversicherung für das Migend-Haus in Berlin
Feuerversicherung für das Migend-Haus in Berlin

Der Wohn- und Werkstattort von Peter Migend

 

Intensive Recherchen ergaben, dass Migend sein Haus 1755 im Spandauer Viertel unmittelbar neben der 1752 errichteten Königlichen Neuen Münze (später Münzstraße 10-12) vollendete und am 31. Dezember mit 3400 Talern bei der Feuersozietät versichern ließ. Als es 1773 (sechs Jahre nach seinem Tod) in das Eigentum des Pfefferküchlers Carl Friedrich Heyde übergegangen war, trug es die Hausnummer 9. Später gingen die Grundstücke Nr. 8 und 9 in die Hände des Kaufmanns Carl Heinrich Jordan über, der dort eine Zuckersiederei betrieb. Die wechselhafte Geschichte des Hauses ging im 19. Jahrhundert zu Ende und hat besondere Würdigung sowie eine überfällige Gedenktafel verdient. Erste Ausführungen und Dokumente dazu sind im Anhang der folgenden Publikation zu finden (WB, 12/2014):

 

Wolf Bergelt, Wagner-Geist im Orgelbau der Schüler, Band 2, Stettin - St. Nikolai, Berlin 2014 (ISBN 978-3-7375-0245-0)

 

Wagner-Geist im Orgelbau der Schüler

 

Dieses Thema ist bisher nur streiflichtartig aufgegriffen worden, weshalb es nunmehr nach und nach in Form einer Fortsetzungsreihe vertieft werden soll, indem zunächst die Wirksamkeit von Peter Migend, Ernst Marx und Christian Friedrich Voigt in Stettin (Schloß-, Gertrud-, Nikolai- und Marienkirche) und anderen Orten aufbereitet wird. Die Publikationen erscheinen bei Labium-Sachbuch. (WB, 12/2013)

Wagner-Forschung: Arbeitsergebnisse von Wolf Bergelt (Auswahl 2012)

 

 

Genealogie

Biographie

Schaffen

Schüler

 

Erschließung unbekannter, bis in das 16. Jahrhundert zurückreichender genealogischer Details (Vorfahren, Geschwister-, Verwandtenkreis, Kinder) sowie essentieller familiengeschichtlicher Zusammenhänge; Nachweis von Wagners erster und zweiter Eheschließung sowie Aufklärung biographisch bedeutsamer unbekannter Einzelheiten zum Verhältnis zwischen Wagner und seiner zweiten Frau Maria Elisabeth, geb. Galle. (Sukzessive Erstveröffentlichungen, in: MBOL, Doku24, Wagner2012)

 

Forschung zu Wagners Urheberschaft der Terrassenwellenrahmen und seiner Anwendung geteilter Baß-Diskant-Mixturen (erste Erwähnung in IbZ 40/1986 H 5, Doku24).

 

Wiederentdeckung der Wagner-Autographe (15 Seiten) über ein unbekanntes Umbauprojekt der Schurig-Orgel zu Frankfurt/O. und Komplettdokumentation (OhB5).

 

Wiederentdeckung zahlreicher unbekannter handschriftlicher Originale von Joachim Wagner (Wagner2012).

 

Entdeckung eines Selbstzeugnisses von Peter Migend über dessen 17jährige Mitarbeiterschaft bei Wagner und Nachweis der 1741 durch Wagner erfolgten Bestimmung Migends zum Nachfolger sowie die im selben Jahr zwischen Wagner und Migend gebildete Company (MBOL, Doku24, Wagner2012).

 

Nachweis der bis dahin nur angenommenen Wagner-Schülerschaft Gottlieb Scholtzes anhand von Selbstzeugnissen Scholtzes und Vertragsbindungen zwischen Wagner und Scholtze (Wagner2012).

 

Wagner-Schüler-Nachweis: Damm, Lange, Voigt (Wagner2012).

 

Nachweis der Zusammenarbeit zwischen den Wagner-Schülern Migend-Marx und Scholtze-Grüneberg (Scholtze2000).

 

Nachweis der Urheber- bzw. Vertragspartnerschaft Peter Migends für die Orgel in Ringenwalde/Uckermark (IbZ 41/1987 H 12).

 

Wiederentdeckung der Originalquellen zur Orgelbaugeschichte in Storkow sowie Erschließung und extensive Darstellung des Bezugs zu Joachim Wagner und seinen Schülern Kallensee und Scholtze (Orgelweb2007, Storkow, Wagner2012).

 

Berlin,

St. Marien

Wiederentdeckung der Totenbuchaufzeichnung zur Baugeschichte und diverser bauzeitlicher Originaldokumente zur Wagner-Orgel. Aufklärung fehlerhafter Überlieferungen zur Buchholz-Restitution (IbZ 37/1983 H 6, Wagner1985, Doku24, Wagner2012).

 

Potsdam,

alte Garnisonkirche

Nachweis unbekannter Einzelheiten zum Transport während der Umsetzung der Orgel von Potsdam nach Berlin, zur Anstellung des Organisten Lehmann und zur Folge- bzw. Umbaugeschichte nach der Umsetzung des Instruments (Wagner2012).

 

Brandenburg,

Dom St. Peter und Paul

Nachweis unbekannter Details zum Emporenbau, zum Transport der Orgelteile und das Wagner 1724 „in des Hn. Landeshauptmanns von Ribbeck Curia gewohnet hat“ (Wagner2012).


Berlin,

Deutsche Kirche auf dem Friedrichswerder

Nachweis der tatsächlichen Bauzeit und Erschließung der Bau- und Folgegeschichte der Wagner-Orgel sowie unbekannter Einzelheiten zur Geschichte der Umformung des Werkes durch Carl August Buchholz für die neue Schinkel-Kirche (Wagner2012).

 

Brandenburg,

St. Katharinen

Wiederentdeckung der von Carl August Haupt überlieferten Disposition. Nachweis fehlerhafter Überlieferungen in der Sekundärliteratur und Ermittlung unbekannter Originaldokumente zum Neubau durch Wilhelm Sauer (Wagner2012).

 

Berlin,

Waisenhauskirche

(Großes Friedrichs-Hospital)

Nachweis der ursprünglichen Gestalt- und Standortverhältnisse anhand unbekannter Originaldokumente und Bauzeichnungen. Nachweis fehlerhafter Darstellungen. Erschließung der Reparatur-, Umbau- und Umsetzungsgeschichte. Erstveröffentlichung unbekannter Bauzeichnungen (Orgelweb2007, Wagner2012).


Freienwalde,

St. Nikolai

Wiederentdeckung bzw. Erstauswertung essentieller Originalakten zur bauzeitlichen Geschichte der Wagner-Orgel (Doku24).

 

Wriezen,

St. Marien

Wiederentdeckung von Originaldokumenten (Abrechnungen, Quittungen) und Nachweis der Wagner-Schüler Peter Dames (a. a. O. Damm) und Gottfried Lange (Wagner2012).

 

Templin,

St. Maria-Magdalenen

Wiederentdeckung von Teilen der Kirchenrechnungen von 1731. Nachweis der Urheberschaft Wagners durch ein Selbstzeugnis von 1735 und Nachweis eines Bildhauers „von Berlin“ sowie der 1731 erfolgten Orgelabnahme (Wagner2012).

 

Potsdam,

Heilig Geist-Kirche

Wiederentdeckung und Auswertung der angeblich zerstörten, jetzt verfilmten Magistratsakte von 1781 ff., Film 550 (Wagner2012).

 

Stargard/Pommern,

St. Johannis

Wiederentdeckung und Auswertung verloren geglaubter Originalakten aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Nachweis und Darstellung der Instandsetzungsarbeiten durch Johann Michael Röder und der Urgestalt der einzigen bekannten Wagner-Orgel mit einer Pedaltransmission. Ausführliche Erstveröffentlichung umfangreicher Korrespondenz der Stifterwitwe (StargardiaV, Wagner2012).


Berlin,

St. Gertraud

Nachweis der ursprünglichen Dispositionsgestalt, der späteren Ergänzung um ein Pedal sowie unbekannter Einzelheiten zur Reparatur-, Umsetzungs- und Umbaugeschichte (Wagner2012).


Berlin,

Parochialkirche

Erste extensive Gesamtdarstellung der Bau- und Folgegeschichte anhand der Originalakten. Erstveröffentlichung essentieller Vertrags- und Aktenstücke. Erschließung und Darstellung zahlreicher unbekannter Einzelheiten (Wagner2012).

 

Potsdam,

neue Garnisonkirche

Wiederentdeckung unbekannter Dokumente zum Umbauprojekt durch Wilhelm Sauer (Wagner2012).

 

Zehdenick,

Stadtkirche

Nachweis der Vertragspartnerschaft Wagners, Erschließung der Quellen zur Geschichte und Gestalt der von Wagner verwendeten Nette-Orgel sowie der Rolle von Migend und Scholtze im Rahmen der Reparaturgeschichte. Erstübertragung essentieller Dokumente zur Nette-Orgel (Wagner2012).

 

Spandau,

St. Nikolai

Erste extensive Gesamtdarstellung der Orgelbau- und Folgegeschichte unter Einbeziehung zahlreicher Originaldokumente und unbekannter Einzelheiten (Wagner2012).


Berlin,

Französische Kirche

(Klosterstraße)

Wiederentdeckung unbekannter Originaldokumente aus der Reparaturgeschichte (Lang, Buchholz). Rekonstruktion der ursprünglichen Disposition nach Lang-Buchholz (Wagner2012).

 

Königsberg/Neumark,

St. Marien

Wiederentdeckung und Erstveröffentlichung einer Abbildung mit der ursprünglichen hölzernen Doppelempore (Wagner2012).


Nahausen/Neumark,

Dorfkirche

Erste sachkundige orgelgeschichtliche Erschließung diverser Kirchenbuchauszüge. Nachweis eines von Wagner offenbar nur hier angewendeten neuartigen Balgkonzeptes durch die Erstauswertung diverser Akten aus dem 19. Jahrhundert (Wagner2012).

 

Zachow/Neumark,

Dorfkirche

Erstauswertung einer Akte und darin enthaltener Schriftstücke der Oberbaudeputation (u. a. Schinkel) aus dem 19. Jh. (Wagner2012).

 

Schwedt/Oder,

Schloßkapelle

Auswertung und Erstveröffentlichung von Wagners Erstentwurf und Nachweis der Ausführung eines anderen, kleineren Konzeptes zu einer späteren Zeit (Wagner2012).

 

Gramzow/Uckermark

(jetzt in Sternhagen, Dorfkirche)

Nachweis der Urheberschaft Joachim Wagners anhand des Werkes und geleisteter Zahlungen des Amtskirchenrevenüendirektoriums. Erstauswertung der Akten zur Instandsetzungs-, Umbau- und Umsetzungsgeschichte (Wagner1985, IbZ 40/1986 H 5, Wagner2012)


Brandenburg,

St. Gotthardt

Erste ausführliche dokumentierende Gesamtdarstellung der Bau- und Folgegeschichte (Wagner2012).

 

Potsdam,

Militärwaisenhaus

(jetzt Pritzerbe/Havel)

Detaillierte Erstauswertung der Umbaugeschichte im 19. Jahrhundert, insbesondere durch den Berliner Orgelbauer Wilhelm Remler (Wagner1985, Wagner2012).

 

Jüterbog,

Liebfrauenkirche

Wiederentdeckung der ursprünglichen Disposition und detaillierte Erstauswertung der Originalunterlagen (Wagner2012).


Brüssow/Uckermark,

St. Sophia

Nachweis der Urheberschaft Joachim Wagners (mit Unterstützung von Christine Hinz, Prenzlau), Erstauswertung der noch erhaltenen handschriftlichen Primärchronik (OhB2, Wagner2012)

 

Bochow bei Jüterbog,

Dorfkirche

 

Ersterschließung und Auswertung diverser Primärquellen aus der Bauzeit und aus dem 19. Jahrhundert (Wagner2012). Wiederentdeckung des Bauvorganges und erste Quellenerschließung: Andreas Kitschke (Potsdam).

Schönwalde bei Nauen,

Dorfkirche

 

Ersterschließung und Erstauswertung diverser Sekundärquellen zur Vor- und Baugeschichte der Orgel (Wagner2012).

Magdeburg,

Heilig Geist-Kirche

 

Erstauswertung diverser Primär- und Sekundärquellen der Reparatur- und Umbaugeschichte (Wagner2012).

Jüterbog,

St. Nikolai

 

Ersterschließung und Erstauswertung der Ur- und Primärquellen, erste Gesamtdarstellung (Wagner1985, Doku24, Wagner2012).

Treuenbrietzen,

St. Marien

 

Ersterschließung diverser unbekannter Primärquellen der Bau- und Umbaugeschichte (Doku24, Wagner2012).

Treuenbrietzen,

St. Nikolai

Ersterschließung unbekannter Einzelheiten zur Krankengeschichte von Wagners Schwager Matthias Kallensee und dem Tod seiner Ehefrau (Wagner2012).

 

Neuruppin,

St. Marien

 

Nachweis über die Urheberschaft Joachim Wagners sowie Ersterschließung unbekannter Einzelheiten zur Primärquellensituation und diverser Details zur Geschichte der Orgel (Wagner2012).

 

Bötzow bei Oranienburg, St. Nikolai

 

Ersterschließung unbekannter Primär- und Sekundärquellen zur Entstehungsgeschichte (Orgelweb2007, Wagner2012).


Wusterhausen/Dosse,

St. Peter und Paul

Erschließung der Primärquelle (GStA Berlin Nachlass Bekmann) der von Joachim Wagner vorgefundenen Vorgängerorgel und von Quellen zur Reparatur- und Umbaugeschichte (Wagner2012).

 

Wartin bei Schwedt/O.,

Dorfkirche

Ersterschließung schriftlicher Urquellen zur Bau-, Reparatur- und Umbaugeschichte, Rechnungsnachweis der Orgel-Urheberschaft, Sicherung und Erweiterung der Historie (Wagner2012).


Passow/Uckermark,

Dorfkirche

 

Erstdarstellung der Bau- und Umbaugeschichte auf Grundlage der Quellenfunde von Friedrich-Karl Baas und darauf folgender eigener Recherchen vor Ort (Wagner2012).

 

Gransee,

St. Marien

Ersterschließung unbekannter Originalquellen und Erweiterung der Bau- und Folgegeschichte (Wagner2012).

 

Siedlce/Polen,

Kuria Diecezjalna

 

Ersterschließung unbekannter Sekundärquellen und diverser Mitteilungen aus der Archiv-Bibliothek des Vatikans (Wagner2012).

Felchow/Uckermark,

Dorfkirche

 

Ersterschließung diverser Einzelheiten über den Auftraggeber des Orgelbaus, Patron Carl Erdmann von Stotz (Wagner2012).

Ragow bei Mittenwalde, Dorfkirche

 

Nachweis über die Urheberschaft Joachim Wagners sowie Ersterschließung diverser Einzelheiten zur Größe, Reparaturgeschichte und zum Verlust der Orgel (Doku24, Wagner2012).

 

Werben,

St. Johannis

 

Erste extensive Gesamtdarstellung der Bau- und Folgegeschichte anhand z. T. unbekannter Originalquellen, einschließlich Erstveröffentlichung essentieller Vertrags- und Aktenstücke. Ermittlung und Darstellung unbekannter Einzelheiten (Wagner2012).

 

Berlin,

St. Petri

 

Erste extensive Gesamtdarstellung der Bau- und Folgegeschichte anhand z. T. unbekannter Originalquellen, einschließlich Erstveröffentlichung essentieller Aktenstücke. Ermittlung und Darstellung zahlreicher unbekannter Einzelheiten (Wagner2012).

 

Salzwedel,

St. Marien

 

Erste extensive Gesamtdarstellung der Bau- und Folgegeschichte anhand z. T. unbekannter Originalquellen, einschließlich Erstveröffentlichung essentieller Vertrags- und Aktenstücke. Ermittlung und Darstellung zahlreicher unbekannter Einzelheiten. Aufklärung spektakulärer Einzelheiten zum Verhältnis zwischen Wagner und seiner zweiten Frau Maria Elisabeth, geb. Galle (Wagner2012).

 

Publikationsschlüssel: 

Doku24              

IbZ                     

DVfM                  

MBOL                 

OhB2               

OhB5               

Orgelweb         

Scholtze2000   

StargardiaV     

Storkow          

Wagner1985   

Wagner2012   

Joachim Wagner und sein Werk, Blankenburg, 1990

Instrumentenbauzeitschrift „musik international“

Inventarfragment für den Deutschen Verlag für Musik (Leipzig), 1985

Die Mark Brandenburg - eine wiederentdeckte Orgellandschaft, Berlin, 1989

Orgelhandbuch Brandenburg Bd. 2, Berlin, 2008

Orgelhandbuch Brandenburg Bd. 5, Berlin, 2007

www.orgellandschaftbrandenburg.de

Der Orgelbauer Gottlieb Scholtze, in: Die Scholtze-Orgel in der Dorfkirche St. Marien ..., Schönhausen, 2000

Die Wagner-Orgel zu Stargard/Pommern, in: Stargardia Tom V, Stargard 2010

Der Fall Storkow - Ein Beitrag zur Joachim-Wagner-Forschung (Dokumentation), Berlin 2009

Bergelt/Kollmannsperger/Raabs: Wagner/Werkhistorien (Manuskripte), 1985

Joachim Wagner - Orgelmacher, Regensburg 2012


Orgelquellen 1 - Berlin, Jerusalemkirche (Bestellmöglichkeit über Archiv-Dienst, s. im Menü)

Orgelquellen 2 - Havelberg, Dom und Küstrin, Marienkirche (Riss von Gottlieb Scholtze, Neuruppin)

Das Privilegium für Johann Georg Papenius (05/2012)

 

Ein beweiskräftiges Dokument von Carl August Haupt

 

Wenn die außerordentliche Bedeutung Carl August Haupts als Orgelvirtuose und -sachverständiger in Kennerkreisen auch bekannt ist, so fehlt es doch immer noch an einer systematischen Aufarbeitung und Würdigung seiner Lebensleistung. Das hier erstveröffentlichte Dokument stellt einen Baustein zu seiner Gutachtertätigkeit für das Kultusministerium und zugleich den Beweis für die 1834 erfolgte Einführung der Pedal-Oktav-Koppel durch Carl August Buchholz in der Orgel der Elisabeth-Kirche Berlin dar, wo Haupt damals als Organist angestellt war. Die Unterstreichungen und orthographischen Inkonsequenzen sind Teil des Originalzitats. (WB, 02/2012)

 

Treutmann-Schülerschaft Joachim Wagners durch Andreas Kitschke nachgewiesen!

 

Eine außerordentlich bedeutsame Entdeckung in der Wagner-Forschung ist dem Potsdamer Wagner-Forscher Andreas Kitschke gelungen, der anhand eines Primärquellenfundes nachweisen konnte, daß Joachim Wagner Schüler des ebenfalls bedeutenden Meisters Christoph Treutmann d. Ä. (Magdeburg) gewesen ist. Wenn auch diese Vermutung von allen Wagner-Forschern schon lange geteilt wurde, so stand doch der Beweis bisher noch aus. Die Entdeckung ist um so bedeutsamer, als sie auch Treutmanns Mitarbeit bei Schnitger belegt, die ähn- lich zu denken ist, wie die Mitarbeit Wagners bei Silbermann, wodurch sich auch die stilistische Autonomie Treutmanns erklärt. Vorläufige Einblicke sind in einer Erstveröffentlichung in Ars Organi (Jg. 59, H. 3, 2011) möglich, wo der Autor auch Zitate und hochinteressante Details mitteilt sowie eine extensive Darstellung zum Thema ankündigt, auf die wir sehr gespannt sein dürfen. Wir gratulieren dem Forscher sehr herzlich zu diesem Fund und wünschen weiterhin viel Kraft und Freude bei der Arbeit. (WB, 10/2011)

 

Restaurierung der Wagner-Transmissionsorgel abgeschlossen (polnisch und deutsch)

 

Angesichts der Tatsache, daß andere Restaurierungsempfehlungen bis zu ihrer Umsetzung oft Jahrzehnte lang in Schubladen verschwinden, kann man hier von einem geradezu rasanten Erfolg sprechen, der nicht zuletzt der engagierten Initiative der Wiederentdecker und einer beispielhaften, intensiven Kooperation zwischen polnischen und deutschen Kollegen bzw. Förderern zu verdanken ist. Das Instrument wurde 2002 wiederentdeckt (Dokumentation s. u.) seit 2008 in der deutschen Orgelbauwerkstatt Groß in Waditz (Werk) und in Polen (Gehäuse) re- stauriert, 2010 mit dem rekonstruierten Pfeifenwerk in einem Raum der Kuria Diecezjalna in Siedlce (östlich von Warschau) seiner Bestim- mung übergeben und wird künftig einer interessierten internationalen Öffentlichkeit zur musischen Freude und wissenschaftlichen Anschauung zur Verfügung stehen. (WB, 12/2010)

 

Ein Selbstzeugnis des pommerschen Orgelforschers Friedrich Giese

 

Der Kontrakt der Berliner Dom-Orgel von Michael Röder

 

Ein ganz besonderer Schatz von Joachim Wagner

 

Erschütternd gegenwartsnah: Ein Selbstzeugnis von Ernst Marx d. J.

 

Genealogische Bausteine zu Voigt auf Wartin

 

Eine Vermutung, die Gewißheit wurde: Reichenwalde

 

Ein stumm gebliebener Bildklang für die Schloßkirche Stettin

 

Ein bedeutendes Zeitzeugnis für Albert Lang

 

War Christian Richter Wagner-Schüler?

 

Späte Rehabilitation durch einen Zeitgenossen: Johann Gottlob Teschner

 

Mit amtsbrüderlicher Begrüßung und Heil Hitler!

 

Drei auf einen Streich in Lichtenberg: Landow, Leiniger und Zeidler

 

Zwei Mörderengel im Dom zu Fürstenwalde

 

Joachim Wagner in Trebbin

 

Alte Dokumente neu entdeckt: Alt Ruppin

 

Alte Dokumente neu entdeckt: Seelow - 2. Streich

 

Alte Dokumente neu entdeckt: Seelow - 1. Streich

 

Ein bißchen Gottlieb Scholtze

 

Die Bauzeit der Orgel in Bötzow ist gewiß

 

Das Rätsel Passow ist gelöst, oder: Das Ende einer Hypothese

 

Schinkel und ein Rätseltext, oder: Zachow gibt uns noch zu denken

 

Ein kaum bekannter, erlesener Tamitius-Fund in Cottbus

 

Alte Dokumente neu entdeckt: Beeskow - 5. Streich

 

Alte Dokumente neu entdeckt: Beeskow - 4. Streich

 

Alte Dokumente neu entdeckt: Beeskow - 3. Streich

 

Alte Dokumente neu entdeckt: Beeskow - 2. Streich

 

Alte Dokumente neu entdeckt: Beeskow - 1. Streich

 

Ein unbekannter Pinckert-Riß

 

„... ersterbe ich in tiefster Ehrfurcht ...: ein Dokument von Friedrich Marx

 

Der Fall Waisenhaus-Orgel, oder: Wagners Irrfahrt durch den Blätterwald

Die Friedrichs-Waisenhaus-Kirche

 

Blick auf die Spree vom Osten her: links die Zuckermanufaktur Splitt- gerber, im Hintergrund die Waisenhausbrücke und die Inselspeicher- Gebäude, rechts das Waisenhaus, im Vordergrund die Badeanstalt.

 

Kolorierter Stahlstich nach einer Vorlage von Eduard Gärtner, 1833

 

Joachim Wagner an der Schuricht-Orgel in Frankfurt/Oder

Wiederentdeckung 15 unbekannter Wagner-Autographe durch Wolf Bergelt 

(Komplett-Dokumentation in „Orgelhandbuch Brandenburg“ Band 5)

 

Der Fall Storkow oder: Wie malen wir ein Wagner-Bild?

 

Wagners Urkonzept für die Schloßkapelle in Schwedt an der Oder

 

Die sensationelle Wiederentdeckung einer Transmissionsorgel in Pruszyn/Polen

 

Alles, was wir bisher über Joachim Wagner wussten, reichte aus, um ihn als einen der ganz Großen der Orgelbaugeschichte zu erkennen. Und gerade deshalb war und ist es zugleich auch immer zu wenig, um sich damit zufrieden zu geben. Zu verheißungsvoll und bedeutend sind die zahlreichen verbalen Hinweise auf bisher Unentdecktes in Wagners Gesamtwerk, als das der leidenschaftliche Forscher dabei „in Ruhe stehen könnte“, um es in Wagners eigenem Sprachgeist zu sagen. Dass zweifellos größte Geheimnis seiner Kunst war bisher die Bauart seiner Transmissionsorgeln, das zu lüften wohl bisher keiner auch nur zu hoffen gewagt hatte. Bestenfalls hätte man vielleicht noch mit dem Auftauchen einer unbekannten Schriftquelle gerechnet, niemals aber mit einem ganzen Werk. Und doch, dass Unglaubliche ist eingetreten, dort, wo man es am allerwenigsten vermutet bzw. gesucht hätte: Eine weitgehend komplette Transmissionsorgel Wagners, deren „immense Bedeutung für die Wagnerforschung alle bisherigen Wiederentdeckungen bei weitem übertrifft“ (Kollmannsperger). Damit ist die Wagnerfor- schung auf eine Stufe gelangt, von wo aus sich ein Ausblick eröffnet, der das gesamte bisherige Wagnerbild tiefgreifend beeinflussen und verändern dürfte. (WB, 05/2005)

 

Neuer Quellenfund durch den Bad Freienwalder Orgelforscher Karl Richter

 

2004 ist es dem Bad Feienwalder Orgelforscher Karl Richter - der bereits 2003 ein teilweise erhaltenes Instrument im polnischen Zachow entdeckt hatte (s.u.) - gelungen, ein Dokument ausfindig zu machen, dessen Urheberschaft eindeutig auf Joachim Wagner zurück geht. Es handelt sich um einen Entwurf für ein nicht ausgeführtes Werk in der Franziskaner-Klosterkirche zu Angermünde.

Obwohl oder vielleicht gerade weil die Orgelbaugeschichte Angermündes restlos erschlossen zu sein schien und deshalb dort keine Neuigkei- ten zu erwarten waren, ist dieser Quellenschatz (im Angermünder Stadtarchiv) von allen Forschern bisher offenbar übersehen worden. Trotz- dem stand bis heute die ungeklärte Frage im Raum, wo denn Wagner seine Werkstatt während des Orgelbaus in der Marienkirche einge- richtet haben mochte, in der, wie wir wissen, während der gesamten Bauzeit ungehindert Gottesdienst abgehalten worden ist. Es liegt nahe, dass die damals wenig genutzte Franziskanerklosterkirche dazu diente. Als Karl Richter diesem Rätsel und anderen offenen Fragen nachzu- gehen versuchte, stieß er auf das unbekannte Autograph.

Der Quellenfund dokumentiert den geplanten Bau einer kleinen Orgel, für die Wagner Teile des alten Werkes aus der Marienkirche verwenden wollte, denn Wagner entwarf 1743 eine „Disposition, wie die Orgel in der Kloster-Kirche alhier, nach denen umständen des auß der Großen Kirche abgenommenen Rück-Positifs werden kan und nöthig ist.“ (WB, 05/2005)

 

Principal 4’ / Gedackt 8’ / Rohrflöte 4’ / Naßat 3’ / Octav 2’ / Quinta 1 ½’ / Cornet 3f. / Mixtur 1’ 3f.

 

Karl Richter entdeckt eine unbekannte Wagner-Orgel in Zachow (ehem. Neumark)

 

Nachdem die Werkliste Joachim Wagners nunmehr bereits auf über 50 Instrumente ange- wachsen war, konnte der Bad Freienwalder Orgelforscher Karl Richter am 16. Februar 2003 ein weiteres bisher unentdecktes Werk ausfindig machen, dass aus der Hand des großen Joachim Wagner stammt. Die leider pfeifenlose Orgel befindet sich auf der Westempore der Kirche des einst neumärkischen Dorfes Zachow, unweit des etwa 15 Kilometer entfernten Königsberg, wo Wagner 1736 eines seiner großen dreimanualigen Werke errichtete. Ob- wohl eine 1944 erstellte Orgelkartei das Instrument einem der Berliner Orgelbauer Buchholz zugeschrieben hatte, wußte Richter durch einen gelegentlichen Blick durch eines der Kir- chenfenster schon länger, daß zumindest das Gehäuse auf eine frühere Entstehungszeit zurückgehen musste. Als er nach mehreren vergeblichen Versuchen endlich eine offene Kir- che vorfand und die Orgel auch fotografieren konnte, stellte sich heraus, daß auch das Werk aus dem 18.Jahrhundert stammt. 

 

Soweit zunächst erkennbar und wie nun auch schriftlich belegt, handelt es sich um ein „Schwesterinstrument“ der 1736 - also ebenfalls im Baujahr des Königsberger Instrumentes - entstandenen Gramzower Orgel in der Uckermark. Das Regierwerk, die Disposition, die Terassenwellenmechanik und die Grundkonzeption des Prospektes gleichen einander fast aufs Haar. Gerade jetzt, da die Restaurierung des Gramzower (jetzt im uckermärkischen Sternhagen stehenden) Werkes ansteht, kommt dieser Fund wie gerufen, weil sich dadurch offene Fragen endgültig schlüssig beantworten lassen dürften. (WB, 05/2003)

Es spielt: Johannes Lang an der Silbermann-Orgel in Großkmehlen. Bezugsweg der Aufnahme über www.jubal.de