HEINZE, FRIEDRICH ERNST GUSTAV


*09.10.1874 in Benau/Niederlausitz (heute Bieniów), †23.01.1949 in Rudolstadt/Thüringen
Vater: Gottlieb Ernst Heinze (Häusler), *23.08.1842 in Benau/Niederlausitz
Mutter: Johanne Caroline Auguste, geb. Rattke, *21.03.1843 Guhlen (Golin), †24.10.1912 in Benau
∞ am 24.10.1901 in Schweidnitz/Schlesien (heute Swidnica) mit Maria Ida Hedwig geb. Kayser,
*15.10.1881 in Neumarkt (heute Sroda), †08.03.1945 in Sorau (heute Zary), wo sie von Polinnen umgebracht wurde.
Kinder: Reinhold (*05.10.1902, †1984), Lothar (*28.10.1905 in Sorau/Niederlausitz, †29.04.1969 in Stadtilm/Thür. ∞ am 27.07.1935 in Sorau/Niederlausitz), Günther und Tochter Hedwig Frieda Ida (*03.10.1903 in Schweidnitz, †17.02.1974 in Berlin)

 

Gustav Heinze und seine Ehefrau Hedwig (geb. Kayser)
Gustav Heinze und seine Ehefrau Hedwig (geb. Kayser)

Gustav Heinze lernte zunächst von 1889-1892 bei Carl Robert Uebe (auch Uibe, *1851, †nach 1892) in Neuzelle, arbeitete anschließend bei Herrmann Stiller (*25.07.1846, †11.04.1908) in Breslau und bildete sich danach bei Friedrich Ladegast (Weißenfels), Wilhelm Sauer (Frankfurt/O.) und Wilhelm Rühlmann (Zörbig) weiter. Nach seiner Militärdienstzeit vervollkommnete er seine Orgelbaukenntnisse bei der Firma Schlag & Söhne (Schweidnitz/Schlesien). 1904 gründete er in Sorau (Niederlausitz) einen Betrieb in der Auenstraße 36, der sich als Arbeitsfeld rasch die Niederlausitz und schließlich auch Oberschlesien erschloss. Später eröffnete er eine Filiale in Kolberg (Pommern) und eine in Weißenfels, die sich in dem (erhaltenen) Haus der heutigen Beuditzstraße 40 befand und von dem damals schon bejahrten Oskar Ladegast nicht nur geduldet, sondern sogar gern gesehen wurde. 1927 hatte Heinze mit Opus 150 seinen ehemaligen Arbeitgeber Schlag & Söhne überholt und 1938 Opus 230 erreicht. Er erbaute Kegelladenorgeln mit pneumatischen und elektropneumatischen Trakturen, deren Zuverlässigkeit nichts zu wünschen übrig ließ. Klanglich beeindruckten diese Instrumente auch deshalb, weil u.a. Pfeifenmensuren verwendet wurden, wie sie Silbermann und Casparini gebrauchten. Die Werkstatt bestand bis zu Heinzes Vertreibung, nachdem sie in den letzten Jahren des 2. Weltkrieges von der Rüstungsfirma Focke-Wulf genutzt worden und später ein Teil der Niederlausitz samt Sorau an Polen gefallen war. Sein Sohn Lothar, seit 1935 ebenfalls Orgelbaumeister, übernahm 1946 die verwaiste Werkstatt „Adam Eifert Nachfolger“ in Stadtilm (Thüringen), welche er bis 1967 fort führen konnte.


Labium-Archiv Berlin / Heinze, Gustav: Zum 25jährigen Bestehen der Orgelbau-Anstalt Gustav Heinze Sorau NL. 1904-1929, Sorau/NL., 1929 / Erdmann, Rosemarie Christiane (geb. Heinze): Der Ochsenjunge aus Benau mit Orgelbauer Gustav Heinze (Erinnerungen), 1903 / Mitteilung: Orgelbau Schönefeld (Heinze-Nachfolger), Stadtilm + Fred Passow (Heinze-Urenkel), Berlin / Koschel, Alexander: Im Wandel der Zeit - Die Ladegasts und ihre Orgeln, Friedrichshafen, 2004 / Bergelt, Wolf: Orgelreisen durch die Mark Brandenburg, Berlin, 2016 (3. Auflage) / 100 Jahre Alexander Schuke Orgelbau in Potsdam, Schwerin 1994