Orgelbauer (brandenburgrelevante Auswahl)


Empfangshalle

Baer, Gottfried Wilhelm

Geb. 31.03.1811 in Zwebendorf bei Halle
Gest. 08.02.1873 in Niemegk
Heirat:
1841 mit Emma Emilie Poppenburg (Witwe des Instrumentenmachers Friedrich Gottlieb Lobbes, s.u.)
Vater: Johann Gottfried Baer, Schullehrer

Orgelbauer und Instrumentenmacher in Niemegk. Baute überwiegend kleinere Instrumente im Niemegker Umkreis.

Quellen: Niemegker Kirchenbücher / Orgeldatei des Verfassers

 

Baumann, David d. Ä. und d. J. (Vater und Sohn)
 

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Mark Brandenburg und Mecklenburg (vemutl. Friesack, Friedland, Altkalen) wirkende - bisher nicht näher erforschte - Meister, die, wie sich an ihren wenigen noch erhaltenen Instrumenten ablesen läßt, auf sehr hohem handwerklichen und künstlerischen Niveau standen, auf Grund ihrer baulichen Besonderheiten aber bisher noch keiner bestimmten Schule sicher zuzuordnen waren. Unter den Arbeiten dieser Werkstatt sind die folgenden sicher belegt:

 

1713    Umbau, Wusterhausen/Dosse (als "... Studiosus artium Liberatium" = Student der freien Künste)

1716    Reparatur, Werben/Altmark

1725    Neubau, Heiligengrabe/Prignitz II/14 P

1728    Neubau, Kirch-Grubenhagen I/8 P (angehängt)

1731    Reparatur, Schwerin, Schloßkirche

1731    Reparatur, Schwerin, Dom

1737    Reparatur, Schwerin, Dom

1739    Neubau, Gnoien, Stadtkirche I/8 P (angehängt)

1742    Neubau, Neukalen, Stadtkirche II/14 P

1743    Neubau, Tessin I/12 P

1746    Neubau, Friedland, St. Marien II/ca. 25 P (gemeinsam mit Christian Gottlieb Richter, Demmin)

 

Quellen: Walter Haacke und Reinhard Jaehn, in: Acta Organologica 18, S.214-227/ Orgeldatei des Verfassers


Berliner Orgelbauwerkstatt GmbH

 

1950 von Karl Schuke (*1906 - †1987) - dem Bruder des u.g. Hans-Joachim Schuke - in Berlin-Zehlendorf gegründetes Unternehmen, daß auf seiner traditionsreichen Basis ein eigenes international gefragtes Profil entwickelte, durch ausgezeichnete Neubauten und Restaurierungen bekannt wurde und nach der deutschen Wiedervereinigung nun zunehmend auch Aufträge im Land Brandenburg ausführt.

Quellen: www.schuke-berlin.de

Börger, Carl 

Geb. um 1846/47

Gest. 1917 in Gehlsdorf bei Rostock 

Carl Börger ließ „sich etwa 1880 in dem inzwischen eingemeindeten Vorort von Rostock nieder und führte den Titel Hoforgelbauer. In den ersten Jahren baute er noch mechanische Schleifladen, in den 1890er Jahren ging er dann zur pneumatischen Kegellade über. Sein Wirken erstreckte sich hauptsächlich auf das Gebiet um Rostock und das nördliche Mecklenburg, wo er aber die mächtige Konkurrenz von Julius Schwarz in Rostock zu spüren bekam. Der Sohn Christian Börger (Lebensdaten unbekannt) setzte die Werkstatt bis zum Zweiten Weltkrieg fort, betätigte sich aber hauptsächlich mit Reparaturen, Umbauten, Stimmungen und dem Ersetzen von Prospektpfeifen.“

Literatur: Orgelhandbuch Brandenburg Bd. 1, Berlin 2005

BUCHHOLZ, JOHANN SIMON

Geb. 27.09.1758 in Schloßvippach/Thüringen
Gest. 24.02.1825 in Berlin
Heirat: 25.11.1788 mit Dorothea Sophia Meier (jüngste Tochter des Brandenburger Buchbinders Johann Anton Peter Meier). Trauung im Hause des Orgelbauers Johann Wilhelm Grüneberg, Brandenburg (s. u.).

Lernte anfangs bei ADAM HEINRICH RIETZ, Magdeburg, arbeitete danach bei seinem Schwager JOHANN WILHELM GRÜNEBERG, Alt-Brandenburg und anschließend bei ERNST JULIUS MARX, Berlin.

Neben Friedrich Marx bedeutendster Berliner Orgelbauer seiner Zeit. Ab 1790 Führung einer eigenen Werkstatt in Berlin, Neue Grünstraße 6. In Wegeners Adreßbuch von 1822 als Hauseigentümer und "Musik Instrumentenmacher" geführt. Baute über 30 Orgeln.


Quellen und Literatur: AMZ 1825, Nr. 11 / DstA Brandenburg, Taufbuch von St. Gotthardt / Ledebur, Tonkünstler-Lexikon Berlins, Berlin 1861 / Haus- und General-Adreßbuch v. Wegener, Berlin 1822

BUCHHOLZ, CARL AUGUST

Geb. 13.08.1796 in Berlin
Gest. 07.08.1884 in Berlin
Vater: Johann Simon Buchholz (s.o.)
Heirat: 09.09.1820 in Berlin mit Christiane Wilhelmine Kunsemüller (Tochter des "Doctor Medicinae zu Wilsnack" Dietrich Wilhelm Kunsemüller)

Schüler seines Vaters. Seit dessen Ableben bedeutendster märkischer Orgelbauer der ersten zwei Drittel des 19. Jahrhunderts. In Berlin etabliert (Kleine Hamburger Straße, Ecke Auguststraße).
Baute 1817 seine erste Orgel und bis zu seinem Tode weit über 100 Instrumente. Einführung verschiedener technischer Neuerungen, u.a. Barkerventile und Keilschleifen. Letztere sind sicheres Erkennungsmerkmal für seine Schule. 1853 in Anerkennung seiner Verdienste um die Orgelbaukunst zum Akademischen Künstler ernannt.

Schüler: Carl Friedrich Buchholz (Sohn), Berlin - Moritz Baumgarten, Zahna - August Ferdinand Dinse, Berlin - Barnim Grüneberg (Neffe), Stettin - Friedrich Friese, Schwerin - Wilhelm Bergen, Halberstadt - Johann Rohn sen., Wormditt (Ostpreußen) - Moritz Baumgarten, Zahna - Johannes Kewitsch, Berlin - Wilhelm Lang, Berlin - Ferdinand Lange, Berlin -  Friedrich Kienscherf, Eberswalde - Friedrich Hermann Lütkemüller, Wittstock


Quellen und Literatur: EZA Berlin - Taufbuchkopien von St. Nikolai und der Luisenstadtkirche, Berlin / Die Orgelbauzeitung 1884, S. 226 / Ledebur, Tonkünstler-Lexikon Berlins, Berlin 1861 / AdK Berlin (SA) - Die Ernennung der Akademischen Künstler, Verzeichnis 137 / Ernst Flade, Orgelbauerlexikon (Manuskript), SBB/PK (Haus I) / Orgelhandbuch Brandenburg Bd. 1, Berlin 2005

BUCHHOLZ, CARL FRIEDRICH

Geb. 07.07.1821 in Berlin
Gest. 17.02.1885 in Berlin
Vater: Carl August Buchholz (s.o.)
Heirat: 24.05.1851 mit Emma Heinrich

Anfangs Schüler seines Vaters, später "der Herren Facteurs d' orgues CAVAILLÉ-COLL pere & fils zu Paris", für die er als Mitarbeiter eine 40stimmige Orgel mit 3 Manualen und Pedal in Quimper (Bre-tagne) aufstellte.

Bemühungen seines Vaters bei der Regierung, ihm die Übernahme der Potsdamer Firma Heise zu sichern, scheiterten. Infolge der überragenden Bedeutung von Carl August Buchholz blieb Carl Friedrich zeitlebens im Schatten seines Vaters.


Quellen: EZA Berlin - Taufbuchkopie der Luisenstadtkirchc, Berlin / BLHA Potsdam - Rep. 2 A II Gen. Nr. 1751 / Ernst Flade, Orgelbauerlexikon (Manuskript), SBB/PK (Haus I)

CASPARINI, ADAM

 

Orgelbauer und "Mathematicus" im schlesischen Sorau. Stammvater der berühmten schlesisch-lausitzischen Orgelbauerfamilie.

Literatur: Ulrich Dähnert, Historische Orgeln in Sachsen, Leipzig 1980

CASPARINI, EUGEN CASPAR JOHANN

Geb. 14.02.1623 in Sorau
Gest. 12.09.1706 in Wiesa bei Greiffenberg
Vater: Adam Casparini (s.o.)

Von Görlitz aus wirksam. Italienisch beeinflußt.


Literatur: wie vorstehend

CASPARINI, ADAM ORAZIO

Geb. 1676 in Padua (Italien)
Gest. 11.08.1745 in Breslau
Vater: Eugen Caspar Johann Casparini

Von Breslau aus wirksam.

Literatur: wie vorstehend

 

CASPARINI, ADAM GOTTLOB

Vater: Adam Orazio Casparini (s.o.)

Geselle bei JOHANN GOTTFRIED HEINRICH TROST, Altenburg, bis Pfingsten 1737. Von Breslau aus wirksam.


Literatur: wie vorstehend

CLAUNICK, MATTHÄUS

Geb. 1708
Gest. 28.07.1781 in Sonnewalde
Frau: Anna Catharina Claunigk

Erst als "Mechanicus", ab 1751 als Orgelbauer aufgeführt. Zu seiner Zeit prägender Kopf des Niederlausitzer Landorgelbaus. Baute überwiegend einmanualige Werke.


Quellen: Sonnewalder Kirchenbücher / Orgeldatei des Verfassers

CLAUNICK, CARL GOTTHOLD

Geb. 17.05.1761 in Sonnewalde
Gest. 05.07.1829 in Sonnewalde
Vater: Matthäus Claunigk (s.o.)
Heirat: 1784 mit Johanna Friederike Schultze (Tochter des Schulmeisters Johann Gottl. Schultze in Groß-Jehsar), gest. 1797
Heirat: 04.02.1798 mit Maria Christiane Schultze (jüngste Schwester von Claunigks 1. Frau), gest. 1809
Heirat: 1810 mit Johanna Louisa Krähe (Tochter des Sonnewalder Hüfners Johann Gottfried Krähe)

Schüler seines Vaters, später "Kunsterfahrener Orgelbauer" in Sonnewalde. Neben den Schröthers (s.u.) prägender Kopf des Niederlausitzer Landorgelbaus am Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. Baute überwiegend einmanualige Werke.


Quellen: Sonnewalder Kirchenbücher / Orgeldatei des Verfassers

 

Coswin 

 

Dieser - wahrscheinlich aus der Neumark stammende - Orgelbauer ist bisher nur durch eine Inschrift in dem 1712 von Christian Gottlieb Richter (Storkow) in Pinnow bei Angermünde gebauten Instrument bekannt, dessen erhaltenes Gehäuse die älteste noch erhaltene Substanz dieses Landkreises darstellt.

 

Literatur: Orgelhandbuch Brandenburg Bd. 1, Berlin, 2005

 

DECKER, CHRISTIAN

 

Aus Görlitz gebürtig. Vermutlich Vater des 1726 in Görlitz verstorbenen David Decker.

Orgelbauer der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Nacheinander von Görlitz, Posen (Poznan) und Guben aus wirksam.


Quellen: EphA Finsterwalde - II. Cap. VII. 6. 18 / Ernst Flade, Orgelbauerlexikon (Manuskript), SBB/PK (Haus I)

DINSE, AUGUST FERDINAND

Geb. 1811 (1825 in Biesenthal konfirmiert)
Gest. um 1880
Vater: Johann Dinse, "Heideaufseher" und Stadtförster in Biesenthal bei Bernau
Mutter: Louise Friederike Dinse, geborene Schreck

Schüler und Geselle bei CARL AUGUST BUCHHOLZ, Berlin. Schwiegersohn Wilhelm Langs, mit dem er 1839 ein gemeinsames Unternehmen (Lang & Dinse) in Berlin, Alte Jacobstraße, gründete, das später in die Hände seiner Söhne Oswald und Paul (s.u.) überging.


Quellen: EphA Bernau - Biesenthaler Kirchenbücher / BLHA Potsdam - Rep. 2 A 11 Gen. Nr. 1750

DINSE, OSWALD

 

Geb. 22.08.1845 in Berlin
Gest. 20.03.1918 in Berlin


DINSE, PAUL

 

Geb. 29.06.1849 in Berlin
Gest. 21.02.1916 in Berlin

Söhne, Schüler und gemeinsame Nachfolger ("Gebrüder Dinse") von August Ferdinand Dinse (s.o.) in Berlin, Dresdener Straße 12. Weitere Ausbildung in verschiedenen Werkstätten Deutschlands und Frankreichs. Bedeutendster Orgelbaubetrieb Berlins im letzten Drittel des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts (industrielle Fertigungstechniken). 1881 Patent für eine hauseigene pneumatische Windlade.

Quellen und Literatur: BLHA Potsdam - Rep. 2 A 11 Gen. Nr. 1751 / Catalog der Orgelbau-Anstalt Gebrüder Dinse (Faksimile), Berlin 1980 / Mitteilung von Herrn Dr. Dagobert Liers, Berlin / Ernst Flade, Orgelbauerlexikon (Manuskript), SBB/PK (Haus I)

DONAT, CHRISTOPH
 

Geb. 30.09.1625 in Marienberg/Erzgebirge
Gest. um 1707 in Leipzig

Bedeutender sächsischer Meister. Von Leipzig aus wirksam. Baute 1672 bis 1673 die Orgel für die Nikolaikirche in Luckau, III/37 P.

Quellen und Literatur: BLHA Potsdam - Rep. 8 Nr. 1285 / Ulrich Dähnert, Historische Orgeln in Sachsen, Leipzig 1980
 

Eberswalder Orgelbauwerkstatt

 

Traditionsreiches Orgelbauunternehmen, das 1851 von Friedrich Kienscherf (*1818-†1890) gegründet, zunächst von dessen Söhnen, später von Karl Gerbig (*1888-†1971), 1965-2005 von Ulrich Fahlberg (*1939) fortgeführt wurde und seit April 2005 von Fahlbergs ehemaligen Mitarbeitern Andreas Mähnert (*1960) und Harry Sanders  (*1953) geleitet wird. Die Firma widmet sich vorwiegend dem Kleinorgelbau, Instandsetzungs- und kleineren Restaurierungsprojekten.

 

Quelle und Literatur: Persönliche Mitteilung von Ulrich Fahlberg und Harry Sander/ Kristian Wegscheider: Orgelbauertreffen Dresden, 13. September 1987, Dresden 1988, S. 11-13.

EGIDIUS

 

Orgelbauer in Berlin. 1527 in das Bürgerbuch eingetragen.

Quelle: Berliner Bürgerbuch

 

Eisenach 

 

Eisenach ist bisher der einzig bekannte Orgelbauer, welcher in historischer Zeit seinen Lebens- und Werkstattort innerhalb der Uckermark (in Greiffenberg) hatte. Er wird als Lebenskünstler beschrieben, der den Orgelbau nur gelegentlich betrieb, 1854 eine Orgel mit mechanischer Oktavkoppel für die Kirche zu Stegelitz (Uckermark) erbaute, aber sonst hauptsächlich als Robenmaler arbeitete und sich nebenher auch der Bienen- und Hühnerzucht widmete.

 

Literatur: Orgelhandbuch Brandenburg Bd. 1, Berlin, 2005

 

EULE (Hermann Eule Orgelbau GmbH)

 

Traditionsreiches, international gefragtes Orgelbauunternehmen in Bautzen, das 1872 von Hermann August Eule (*04.01.1846-†27.07.1929) gegründet, 1929-1957 von dessen Tochter Johanna (*13.12.1877-†1970), 1957 von deren Adoptivsohn Hans Eule (*15.03.1923-†1971), in dessen Todesjahr von seiner Ehefrau Ingeborg Eule (*07.01.1925), 1990 von Armin Zuckerriedel (*1942) übernommen wurde und seit 2006 von Ingeborg Eules Enkelin, Anne-Christin Eule (*15.05.1975) geleitet wird, bis 1900 mechanische Kegelladen, danach pneumatische Taschenladen produzierte, 1953 generell zur mechanischen Schleiflade überging und sich neben Neubauprojekten besonders der Restaurierung von Barockorgeln im sächsisch-thüringischen Raum widmet, wobei die Trost-Orgel in Altenburg, die Silbermann-Orgeln in Rötha, Ponitz und Großhartmannsdorf sowie die Hildebrandt-Orgel in der Wenzelskirche Naumburg zu den Höhepunkten gehören.

 

Quellen: www.euleorgelbau.de

 

FALCKENHAGEN, JOHANN FRIEDRICH

Geb. 1752
Gest. 11.05.1823 in Berlin an "Altersschwäche"
Vater: David Falckenhagen, Bürger und Tischlermeister zu Stargard in Pommern
Heirat: 16.05.1786 mit Catharina Dorothea Elisabeth Marx in Berlin

Schwiegersohn und Schüler von ERNST JULIUS MARX, Berlin. Als "Musikalischer Instrumentenmacher" und Orgelbauer in Berlin.

Quellen: EZA Berlin - Totenbuchkopie von St. Marien, Berlin und Traubuchkopie der Sophienkirche, Berlin / LA Berlin (Stadtarchiv) - A I Gen. Nr. 48

FRANCK, LEONHARDT

Orgelbauer und Organist in Berlin und Frankfurt an der Oder in der Mitte des 16. Jahrhunderts.

Quellen und Literatur: Cöllner Bürgerbuch / Ch. W. Spieker, Beschreibung und Geschichte der Marien- oder Oberkirche zu Frankfurt an der Oder, Frankfurt 1835

 

Gansen, Anton Heinrich (in Vorbereitung)

GESELL, JOHANN CARL LUDWIG

Geb. 24.01.1809 in Potsdam
Gest. 07.03.1867 in Potsdam

Bedeutender Landorgelbauer der Mittelmark. Schüler von FRIEDRICH HAAS, Luzern, und 8 Jahre erster Gehilfe bei GOTTFRIED HEISE, Potsdam. Als Heises Geschäft 1847/48 in seine Hände überging, konnte er bereits auf 13 Jahre Orgelbauerfahrung zurück blicken. Betrieb die Werkstatt bis zu seinem Tod gemeinsam mit Carl Schultze. Anfangs in der Charlottenstraße 50, seit 1856 in der Junkerstraße 36 (heutige Gutenbergstraße 71) etabliert. Baute überwiegend einmanualige Werke.

Quellen und Literatur: Hausarchiv der A.. Schuke Potsdam Orgelbau GmbH, 150 Jahre Orgelbau in Potsdam, Festschrift / BLHA Potsdam - Rep. 2 A II Gen. Nr. 1751

GESELL, CARL EDUARD

Geb. 11.05.1845 in Potsdam
Gest. 08.04.1894 in Potsdam
Vater: Johann Carl Ludwig Gesell (s.o.)

Schüler seines Vaters, bei Franz Wilhelm Sonreck, Köln und Mitarbeiter von Fiedrich Meyer, Herford. 1867 Übernahme des väterlichen Geschäftes in Potsdam. Hauptbetätigungsfeld in der Mittelmark. Exportaufträge nach Buenos Aires und Konstantinopel. Baute überwiegend einmanualige Werke.

Schüler: Alexander Schuke.


Quellen und Literatur: wie vorstehend

GLIETSCH, Eduard

 

Niederlausitzer Kleinorgelbauer des 19. Jahrhunderts

Quellen: Orgeldatei des Verfassers


GRABOW, MARTIN PETER

Gest. 1618 in Luckau

GRABOW, MARTIN

Gest. nach 1638

Bedeutende märkische Meister ihrer Zeit, wobei Martin Peter G. als Vater von Martin Grabow gilt, der 1622 als Orgelbauer und Bürger in Storkow nachweisbar ist. Die teilweise Namensgleichheit beider Grabows hat in der Forschung immer wieder zu Verwechslungen und widersprüchlichen Zuordnungen von Werken geführt, deren restlose Klärung noch aussteht. Bereits vor 1600 taucht ein Martin Grabow in Berlin auf und 1616 erhält ein gleichnamiger (bzw. jener) Grabow dort das Bürgerrecht.

Einige Grabow-Werke in der Mark:

1590/92

Neubau in Fürstenwalde, Dom

1602/04

Umbau in Brandenburg, Dom

1614

Neubau in Wittstock, St. Marien

1616/18

Neubau in Luckau, St. Nikolai (Martin Peter Grabow)

1623

Umbau in Beeskow, St. Marien (Martin Grabow)

Quellen und Literatur: Berliner Bürgerbuch / Matthäus Hertel, Orgelschlüssel, Züllichau 1666, Handschrift der SBB/PK (Haus I) / Orgeldatei des Verfassers 

Grüneberg, Karl Barnim Theodor

 

Geb. 27.12.1828 in Stettin

Gest. 22.08.1907 in Stettin

 

Entwickelte die traditionsreiche Firma in Stettin zu einer der bedeutendsten und produktivsten Orgelbauwerkstätten des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts in Deutschland. Er gründete die Werkstatt nach dem frühen Verlust seines Vaters August Wilhelm Grüneberg (†1837) 1854 neu, nachdem er bei seinem Onkel Carl August Buchholz (s.o.) in Berlin, bei Eberhard Friedrich Walcker in Ludwigsburg und Cavaillé-Coll in Paris ausgebildet worden war. Unter den Marksteinen der Firmenengeschichte sind besonders die Erfindung der sog. Knopflade (1855) und der Bau der bis heute größten mechanisch traktierten Orgel der Welt (1885) mit 131 Registern, 4 Manualen und Pedal für die Dreifaltigkeitskirche in Libau (heute Liepaja/Lettland) zu nennen. 1894 wurde Grüneberg zum Hoforgelbauer ernannt und Gründungsmitglied im „Bund Deutscher Orgelbaumeister.“ Ab 1900 setzte er die röhrenpneumatische Kegellade ein und 1902 konnte er - dank konsequent eingesetzter industrieller Fertigungsmethoden - mit dem Bau der Ratzeburger Domorgel sein Opus 450 feiern. Nachdem er 1905 das Geschäft seinem Sohn Felix übergeben hatte, wurde es 1906 nach Stettin-Finkenwalde verlegt, wo sich die Konjunktur bis zum ersten Weltkrieg fortsetzte und man trotz des anschließenden Rückgangs neue Werke erbauen und die Arbeit bis zum Kriegsende 1945 fortführten konnte. Barnim Grüneberg d.J. (†1963), der Enkel des Gründers, nahm den Betrieb nach 1945 mit Reparatur- und kleineren Umbauarbeiten bis zu seinem Erlöschen wieder auf. An den erhaltenen der zwischen 1854 und 1945 annähernd 800 neu gefertigten Instrumente lässt sich die orgelbauliche Entwicklung von der Hochromantik bis zur Orgelbewegung lückenlos nachvollziehen. Die in diversen Quellen angegebene Produktion von über 1000 Werken ist falsch.

 

Literatur: Orgelhandbuch Brandenburg Bd. 1, Berlin 2005

 

GRÜNEBERG, JOHANN FRIEDRICH WILHELM

Geb. 1751 in Zerbst
Gest. 21.08.1808 in Brandenburg an "Nervenfieber"
Vater: Philipp Wilhelm Grüneberg, Organist und Orgelbauer
Heirat: 25.01.1776 mit Maria Dorothea Dahlbritz (Tochter des Brandenburger Ratsmaurermeisters Johann Dahlbritz), gest. 1779
Heirat: 1779 mit Johanna Sophia Meier (Tochter des Brandenburger Buchbinders Johann Peter Anton Meier)
Sohn: Johann Carl Wilhelm Grüneberg, geb. 08.01.1781


1778 Eintragung als Brandenburger Bürger. Vermutlich Schüler von ERNST JULIUS MARX, Berlin. Bedeutender, von Joachim Wagners Kunst inspirierter märkischer Meister.

Schüler: Johann Carl Wilhelm Grüneberg (Sohn), Johann Simon Buchholz (Schwager).


Quellen und Literatur: DstA Brandenburg - Toten- und Traubuch von St. Gotthardt, Brandenburg; Brandenburger Bürgerbuchkartei / IbZ 1985, Nr. 11 / Orgeldatei des Verfassers

 

HEINITZ, MICHAEL

 

17. Jahrhundert


Der Name ist bisher ausschließlich an die kleine - aus dem 18. Jahrhundert stammende - Prozessionsorgel in der katholischen Stiftskirche zu Neuzelle und ein unlängst wiederentdecktes bundfreies (!) Clavichord gebunden, vielleicht, weil Heinitz sonst nur mit Reparaturen, oder als Angestellter einer anderen Werkstatt beschäftigt war.

 

Quellen und Literatur: Orgeldatei des Verfassers / Wolf Bergelt, Orgelreisen durch die Mark Brandenburg, Berlin, 2005


Heinze, Gustav

 

Geb. 09.10.1874 in Benau/Niederlausitz

Gest. 23.01.1949

 Von 1904 bis 1938 auf hohem industriellen Produktionsniveau von Sorau (schlesische Oberlausitz) aus als Hersteller von pneumatischen und später elektropneumatisch gesteuerten Instrumenten tätig. Hauptausdehnung des Auftragsfeldes von der Niederlausitz bis nach Oberschlesien. Gelegentlich auch Neubauten in der Mark Brandenburg.

 

Quellen und Literatur: Orgeldatei des Verfassers / Hermann Fischer, 100 Jahre Bund deutscher Orgelbaumeister, München, 1991

 

HEISE, GOTTLIEB

 

Geb. 23.03.1785 in Querfurt
Gest. 20.06.1847 in Potsdam

Schüler von GEORG CHRISTIAN KNECHT, Tübingen. Seit 1820 bis zu seinem Tode in Potsdam, Charlottenstraße 50 (heutige Wilhelm-Pieck-Straße) etabliert. Von der Regierung geschätzter und geförderter Meister. Baute u.a. größere Werke in Lehnin, Potsdam und Neuruppin.

Quellen und Literatur: Hausarchiv der A. Schuke Potsdam Orgelbau GmbH, 150 Jahre Orgelbau in Potsdam, Festschrift / BLHA Potsdam - Rep. 2 A II Gen. Nr. 1751


HOLLENBACH, ALBERT

Geb. 11.02.1850
Gest. 24.01.1904 in Neuruppin
Heirat: 07.10.1877 mit Maria Theresia Daumann

Seit 1877 in Neuruppin etabliert. Zuvor bei Friedrich Hermann Lütkemüller, Wittstock, Eberhard Friedrich Walcker, Ludwigsburg und FRIEDRICH LADEGAST, Weißenfels. Besonders in der nördlichen Mark als Landorgelbauer tätig. Baute dort überwiegend einmanualige Werke. Exportaufträge größerer Bauten nach Norwegen und den Niederlanden. Orientierte sich an den Lehren des Orgelbautheoretikers JOHANN GOTTLOB TÖPFER, Weimar. Neben Friedrich Hermann Lütkemüller prägender und bedeutendster Kopf des Prignitzer Landorgelbaus in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Quellen und Literatur: Neuruppiner Kirchenbücher / Die Orgelbauzeitung Jg. V, S. 14 / BLHA Potsdam - Rep. 2 A II Gen. Nr. 1751/ Orgeldatei des Verfassers / Elli und Siegfried Schwanz, Albert Hollenbach - Orgelbauer, Berlin 2005

 

Hübner, Johann Ephraim (18. Jh.)

 

Schüler des berühmten Meißner Orgelbauers Johann Ernst Hähnel sowie von Gottfried Silbermann beeinflußt. Zunächst im sächsischen Grimma, später von Düben aus, zuletzt als Universitätsorgelbauer in Wittenberg und als solcher auch vereinzelt im Fläming tätig.

 

Quellen: Orgeldatei des Verfassers

 

Hüfken, Reinhard

 

Geb. 17.03.1951

 

Orgelbauunternehmen in Halberstadt, das 1978/79 von Reinhard Hüfken gegründet wurde, der sich die Kunst des Orgelbaus bei A. Schuke Orgelbau in Potsdam aneignete. Gefragter Betrieb, der charaktervolle Neubauten ausführt und sich auf eine besonders vielseitige Restaurierungspraxis konzentriert, die neben mechanischen Schleifladenorgeln auch pneumatische Kastenladenorgeln, pneumatische und mechanische Kegelladenorgeln sowie elektropneumatische Taschenladen umfaßt.

 

Quellen: www.orgelbau-huefken.de

 

Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH

 

Traditionsreiches Orgelbauunternehmen in Dresden, das 1808 von den Brüdern Gotthelf Friedrich (*1779-†1827), Johann Gotthold (*1781-†1861) und Carl Gottlieb (*1786-†1876) Jehmlich in Cämmerswalde (Erzgebirge) gegründet wurde, zunächst in der Silbermannnachfolge stand, in der zweiten Generation bereits Aufträge aus dem Ausland erhielt, heute weltweit gefragt ist und auch bedeutende Restaurierungsprojekte ausführt.

 

Quellen: www.jehmlich-orgelbau.de

KALLENSEE, MATTHIAS

Schwager und enger Mitarbeiter Joachim Wagners (s. da)

 

Kaltschmidt, Friedrich Wilhelm

 

Geb. 26.07.1812

Gest. 20.08.1896

Heirat: Hulda Lehr

Kinder: Alma Ulrike Magdalene Kaltschmidt (*08.01.1866 in Grünhof-Stettin, Taufe: 28.01.1866 in Stettin/St. Peter und Paul)

 

Friedrich Wilhelm Kaltschmidt stammt aus einer Orgelbauerfamilie, die von Wismar, Lübeck und Stettin aus wirkte. „Joachim Christoph Kaltschmidt (*ca. 1717-†1806) ist um 1776 in Wismar nachweisbar; sein Sohn Johann Christoph Kaltschmidt (*1748-†1819) arbeitete ab etwa 1780 in Lübeck, wo er im Adreßbuch von 1798 als Brauer und Orgelbauer (Beckergrube 208) erscheint. 1840 wurde eine Werkstatt in Stettin eröffnet, die mit dem Namen Friedrich und Emil (jun.) verbunden ist und 1897 noch bestand. Sie ist bekannt durch einige größere Arbeiten in Danzig, unter anderem durch Einführung der mechanischen Kegellade in diesem Raum in den 1860iger Jahren. Nähere Zusammenhänge sind noch nicht bekannt.“ An den erst in den letzten 25 Jahren wiederentdeckten Kaltschmidt-Orgeln im Land Brandenburg hat sich gezeigt, dass es sich um einen Meister handelt, dessen Kunst unsere ganze Beachtung und Wertschätzung verdient.


Literatur: Orgelhandbuch Brandenburg Bd. 1, Berlin, 2005 / unveröffentlichtes Forschungsmaterial

 

Kayser, Friedrich Traugott

 

Gest. 1824

 

Kayser, Carl August

 

Geb. 1785

Gest. 1824

 

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Dresden aus wirksame Söhne und Nachfolger des ebenfalls in Dresden ansässigen Meisters Johann Christian Kayser (*1750 - †1813), welche klanglich und architektonisch den klassizistischen Orgelbaustil repräsentierten und vereinzelt auch Aufträge in der Mark Brandenburg ausführten.

 

Quellen: Ulrich Dähnert, Historische Orgeln in Sachsen, Leipzig, 1980 / Wolfram Hackel in: Acta organologica Bd. 14, S. 180

 

Kienscherf, Adolph Franz Herrmann

 

Geb. 24.10.1852 in Eberswalde

Gest. 11.03.1912

 

Kienscherf, Max Emil Albert

 

Geb. 30.07.1859 in Eberswalde

Gest. 03.05.1928

 

Die Brüder Herrmann und Albert Kienscherf übernahmen die Werkstatt 1890 von ihrem Vater Friedrich Kienscherf (s.u.), der seinerseits u.a. Schüler des berühmten Carl August Buchholz (Berlin) war und das Unternehmen 1851 in Eberswalde gegründet hatte. Wie stark die Ausstrahlung jenes Berliner Meisters auch in den Gebrüdern Kienscherf noch nachwirkte, ist u.a. an ihrer konsequenten Rückbindung an das Schleifladenprinzip zu sehen, dem sie - wie ihr Neuruppiner Kollege Albert Hollenbach - noch nach der Jahrhundertwende treu zu bleiben versuchten, bis sie endlich die Entwicklung der pneumatischen Epoche einzuholen begann. Einige wenige erhalten gebliebene Instrumente aus dieser Zeit gehören zu den wertvollen Spätzeugnissen der Schleifladenepoche im Land Brandenburg. In der Werkstatt H. und A. Kienscherf arbeiteten zeitweilig auch deren Brüder Friedrich Rudolph Paul (*01.02.1858-†?) und Bernhard Gustav Richard (*16.09.1867-†30.03.1942) mit, der als letzter Vertreter der Familie eine Instrumentenhandlung im väterlichen Haus betrieb.  1928 übernahm Kienscherfs Schüler und Mitarbeiter Karl Gerbig (*06.02.1888-†17.01.1971) das Unternehmen, um es bis 1965 überwiegend im Instandsetzungsbereich weiterzuführen.

Nachdem die Werkstatt am 1. April 1965 in die Hände von Ulrich Fahlberg (s.o.) übergegangen war, bestimmten neben dem Instandsetzungsbereich auch kleinere Restaurierungsarbeiten und die Produktion von (meistens einmanualigen) Neubauten das Firmenprofil.

 

Literatur: Orgelhandbuch Brandenburg Bd. 1, Berlin, 2005

 

Kienscherf, Friedrich

 

Geb. 26.06.1818 in Lindow (Krs. Ruppin)

Gest. 13.09.1890 in Eberswalde

Heirat: mit der Stellmachertochter Albertine Elsholz aus Klobbicke

Kinder: 8 Söhne und eine Tochter

 

Friedrich Kienscherf erhielt seine Ausbildung zum Orgelbauer zunächst bei Gottlieb Heise in Potsdam, um anschließend auf Wanderschaft zu gehen, wobei ihn sein Weg u.a. auch zu Carl August Bucholz (s.o.) nach Berlin und nach Frankfurt a.d. Oder führte. Am 01. September 1851 gründete er in Eberswalde/Neustadt eine eigene Orgelbauwerkstatt, die er „Orgelbauanstalt“ nannte. Hier führte er - zeitweilig mit seinem Bruder Rudolf (*1836-†1912) - Tischler- und Orgelarbeiten aller Art und neben

dem Neubau von Kirchenorgeln auch die Neufertigung von Phys-, Handharmonikas und Drehorgeln aus. Die wenigen erhaltenen Zeugnisse seines Gesamtwerkes weisen Kienscherf als Meister seines Faches aus.

 

Literatur: Orgelhandbuch Brandenburg Bd. 1, Berlin, 2005

 

Knauf & Söhne

 

Der Name Knauf & Söhne steht für eine „Orgelbauerfamilie in Großtabarz, Gotha und Bleicherode. 1838 gründete Friedrich Knauf in Großtabarz den Betrieb; um 1870 übernahm der Sohn Guido Knauf (Lebensdaten nicht bekannt) das Geschäft“ und etwa 1885 verlegte er es nach Bleicherode. „Ob der Orgelbauer Robert Knauf ein Bruder oder Sohn von Guido war, ist noch unklar; laut Flade wäre er der Sohn von Guido und soll um 1880 das Geschäft übernommen haben. Zeitweise bestand auch eine Zusammenarbeit mit der zweiten“ Generation der Orgelbauer Hesse „in Dachwig, was sich“ allerdings „nur auf Friedrich Knauf beziehen lässt, der vermutlich dort gearbeitet hat, ehe er sich selbständig machte. Bis etwa 1895 wurden Schleifladen mit mechanischer Traktur“ und danach Kegelladen gebaut. „Die bis jetzt bekannten Werke von Knauf verteilen sich auf Südwestthüringen, den Thüringer Wald, Nordthüringen und Südwestfalen. Die Instrumente sind solide gebaut und von hoher klanglicher Qualität, die Prospekte historisierend. 1900 kaufte Hugo Böhm die Werkstatt von Knauf auf und spezialisierte sich dann ganz auf Orgelteile (Ledermembranen, Spieltische). 1908 ist Fr. Johnson Inhaber der Firma. 1910 wurde Konkurs angemeldet, nachdem die Umwandlung in eine AG nicht zustande“ gekommen war. Das Œuvre umfasst über 200 Orgeln.

 

Literatur: Orgelhandbuch Brandenburg Bd. 1, Berlin, 2005

 

LANG, WILHELM

 

Geb. 01.08.1794

Gest. 18.10.1858

Schüler und mehrjähriger Werkführer bei CARL AUGUST BUCHHOLZ, Berlin. 1839 Gründung eines gemeinsamen Unternehmens mit seinem Schwiegersohn August Ferdinand Dinse (Lang & Dinse) in Berlin, Alte Jacobstraße.


Quellen und Literatur: BLHA Potsdam - Rep. 2 A II Gen. Nr. 1750/51 / Catalog der Orgelbau-Anstalt Gebrüder Dinse (Faksimile), Berlin 1980 / Orgelhandbuch Brandenburg Bd. 1, Berlin 2005


LANG, ALBERT

 

Geb. 16.06.1825

Gest. 1903

 

Sohn, Schüler und Werkführer des Vorgenannten. Nach dessen Tod Eröffnung eines eigenen "Orgelateliers" in Berlin, Alexandrinenstraße 109.

Quellen: BLHA Potsdam - Rep. 2 A II Gen. Nr. 1751 / Diverse Firmenstempel auf Geschäftsbriefen

LANGE, FERDINAND

 

Ursprünglich Tischler. Hernach Orgelbauerlehre. 12 Jahre "bei den vorzüglichsten Orgelbaumeistern Deutschlands conditioniert", darunter bei GRÜNEBERG in Stettin und bei BUCHHOLZ (Carl August) in Berlin". Seit etwa 1835 in Berlin etabliert. 1843 Ernennung zum Akademischen Künstler.

Quellen: BLHA Potsdam - Rep. 2 A II Gen. Nr. 1750 / AdK Berlin (SA) - Die Ernennung der Akademischen Künstler, Verzeichnis 137

Lehmann, BLASIUS (zuweilen nur Blasius genannt)

 

Hoforgelbauer und Organist zu Berlin in der 1. Hälfte des16. Jahrhunderts.

Einige Werke in der Mark:

nach 1512

Berlin, Schloßkirche

1519

Berlin, St. Nicolai

1520           

Bernau, St. Marien

                  
Quellen und Literatur: Gustav Fock, Arp Schnitger und seine Schule, Kassel 1974 / Orgeldatei des Verfassers

 

LOBBES, FRIEDRICH GOTTLIEB

Geb. 1807
Gest. vor 1841
Vater: Immanuel Gottlieb Lobbes
Heirat: 25.11.1834 mit Emma Emilie Poppenburg (Tochter des Niemegker Stadtmusicus).


Instrumentenmacher in Niemegk.

Quellen: Niemegker Kirchenbücher

LOBBES, FRIEDRICH WILHELM

Geb. 17.02.1838 in Niemegk
Gest. 23.01.1911 in Niemegk
Heirat: 17.11.1874 mit Wilhelmine Christine Senst
Vater: Friedrich Gottlieb Lobbes (s.o.)

Orgelbauer in Niemegk. Nachfolger sowie Schüler und Mitarbeiter von GOTTFRIED WILHELM BAER, Niemegk. Baute überwiegend kleinere Instrumente im Niemegker Umkreis.


Quellen: wie vorstehend und Orgeldatei des Verfassers

 

Lüdemann, Paul

 

»Als dritte Kirche in Prenzlau erhielt St. Jacobi 1585 die erste, nachweisbare Orgel. „In diesem Jahr wurde die Orgel in der Kirche zu St. Jacob erbaut von Paul Lüdemannen, Orgelbauern zu Pasewalk, und kostete bei 300 Gulden.“ Für 1586 ist vermerkt: „Im selbigen Jahr, dem 2. Junii, (…) war ein trefflich groß Gewitter mit Blitzen und Donnerschlägen und schlug in den Thurm und in die Orgel zu St. Jacob. Die Orgel litt davon großen Schaden, Leute aber wurden keine beschädiget.“ Welcher Orgelbauer die Reparatur vornahm und welche Größe die Orgel hatte, ist nicht überliefert. Im Anschluß an eine Kirchenrenovierung im April und Mai 1618 wurde im August auch „die Orgel zu St. Jacob den Pfeifen nach wieder renoviret durch Meister Paul Lüdemann (…) und den 12. Sonntag nach Trinitatis zum ersten Mal wieder geschlagen. Es wurde auch zu dieser Zeit zugleich ein Brustpositiv hineingebauet. Dafür dem Orgelbauer 60 Gülden gegeben wurden.“ - 1617 finden wir Lüdemann in Bernau tätig. Er führt in St. Marien eine Reparatur aus. Und „Anno 1626 wurden die Seiten-Bäße, welche zuvor nicht gewesen, von obbenannten Paul L(ü)demannen verfertiget und angebaut, und von dem Maler Hanss Ratenauer mit Gold und Farben wohl ausgezieret (…).“ Lüdemann erhielt für seine Arbeit 300 Thaler, der Maler 20. Mit dieser Erweiterung bekam die Scherer-Orgel von 1573 nicht nur ein Brustwerk, sondern auch ein eigenständiges Pedal. - Lüdemann arbeitete viel in Stettin: 1613 an St. Marien und 1626/28 an St. Jakobi. Zuvor hatte er neue Orgeln in St. Petri und St. Johannis errichtet und „auch anderswo bey 44 Orgeln verfertiget.“ 1633 ist er an St. Jakobi in Stralsund tätig. Neben Wolgast 1623 arbeitet Lüdemann auch in Mecklenburg, und zwar in den Jahren 1623/24, 1629 und 1634 im Dom zu Güstrow. - Es zeugt von Weltoffenheit der Stadt Prenzlau, dass sie im 16. Jahrhundert die Orgelkunst intensiv pflegt und dazu die berühmten Orgelmeister aus den Niederlanden bzw. aus dem nahen Norden verpflichtet. Keiner der hier tätigen Orgelbauer machte sich jedoch ansässig.«

 

Literatur: Christhard Kirchner: Beiträge zur Geschichte des Orgelbaus in der Mark Brandenburg bis zum Jahre 1600, in: Acta Organologica 20, 1988, S. 9-56 / Orgelhandbuch Brandenburg Bd. 1, Berlin, 2005
 

LÜTKEMÜLLER, FRIEDRICH HERMANN

Geb. 16.02.1815 in Papenbruch
Gest. 19.10.1897 in Wittstock
Vater: Samuel Christoph Abraham Lütkemüller, Prediger in Papenbruch
Mutter: Dorothea Friederike Johanna, geborene Baldenius

Seit 1843 in Wittstock etabliert. Von 1830-33 Schüler von JOHANN FRIEDRICH TURLEY, Treuenbrietzen. Ging in verschiedene "deutsche Bundesstaaten" und angrenzende Länder auf Wanderschaft, u.a. zu Carl August Buchholz, Berlin, Gottlieb Heise, Potsdam und zuletzt 5 Jahre (1837-42) zu EBERHARD FRIEDRICH WALCKER, Ludwigsburg. Dort Mitwirkung bei der Aufstellung zweier großer Orgeln in Petersburg und Reval. Neben Albert Hollenbach prägender und bedeutendster Kopf des Prignitzer Landorgelbaus in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Betätigt sich fast im ganzen märkischen Raum, aber auch in der Altmark und in Mecklenburg. Tritt mit der Erfindung einer Doppeltraktur hervor, die das gleichzeitige Spiel zweier Laden von einem Manual aus ermöglicht. Dadurch wurden neben diversen Cantus-firmus-Formen auch terrassendynamische Effekte darstellbar (Patentierung beim kaiserlichen Patentamt unter der Nr. 11708 Klasse 51 im Jahre 1880).

Dreimanualige Werke:

1843/46

Wittstock, St. Marien III/44 P

1867/68

Seehausen (Altmark) III/44 P

1868

Güstrow, Dom III/37 P

 
Quellen: Papenbrucher Kirchenbücher / Wittstocker Kirchenbücher / BLHA Potsdam - Rep. 2 A II Gen. Nr. 1750-51 / Orgeldatei des Verfassers

MAASS, NICOLAUS

 

Geb. um 1550 in Stralsund
Gest. 1615 in Kopenhagen

Zu seiner Zeit maßgeblicher Meister in Pommern. Seit 1602 Einwohner von Kopenhagen. 1584 und 1598 Renovierung und Erweiterung der Peterszoon-Orgel in Prenzlau, St. Marien.1595 Neubau in Prenzlau, St. Nikolai.


Quellen und Literatur: Ernst Flade, Orgelbauerlexikon (Manuskript), SBB/PK (Haus I) / Emil Schwartz, Geschichte der St. Marienkirche zu Prenzlau, Celle 1957 / Pfr. Dr. Buchholz, Versuch einer Chronik, Handschrift im EphA Prenzlau

MARTINI, JOHANN

 

Gest. 04.08.1735 in Dresden

Von Zabeltitz (bei Großenhain) und Dresden aus wirksam. Niederländisch beeinflußt.


Quellen und Literatur: EphA Finsterwalde - II. Cap. VII. 6. 18 / Ulrich Dähnert, Historische Orgeln in Sachsen, Leipzig 1980

MARX, ERNST JULIUS

Geb. 28.11.1728 in Ballenstedt/Anhalt-Bernburg
Gest. 25.03.1799 in Berlin "an Entkräftung"
Vater: George Christoph Marx, Bürger, Tischler und Orgelbaumeister zu Ballenstedt im Fürstentum Anhalt-Bernburg
Heirat: 28.01.1756 mit Maria Louisa Balke (Schwester von Mi-gends Frau, siehe bei Migend) in der Berliner Sophien-kirche

Compagnon und vermutlich Schüler von PETER MIGENDT, Berlin. Eventuell kurze Zeit bei JOACHIM WAGNER. Gesuchter Kollege und Nachfolger Migendts. Prägende Gestalt des brandenburgischen Orgelbaus in der unmittelbaren Wagner-Nachfolge. Bis zu seinem Tode von Berlin aus wirksam.

Schüler: Johann Simon Buchholz, vermutlich Johann Wilhelm Grüneberg, Friedrich Emanuel Marx (Sohn), Johann Friedrich Falckenhagen (Schwiegersohn)

Quellen: EZA Berlin - Totenbuchkopie der Parochialkirche, Berlin und Traubuchkopie der Sophienkirche, Berlin / AMZ 1825 Nr. 11 / LA Berlin (Stadtarchiv) - A I Gen. Nr. 48 / Orgeldatei des Verfassers

MARX, FRIEDRICH EMANUEL

Geb. 17.09.1767 in Berlin
Gest. 25.05.1826 in Berlin "an Stickfluß"
Vater: Ernst Julius Marx (s.o.)
Heirat: mit Caroline Louisa Wiebe (Tochter des Gastwirtes Wiebe zu Nauen) in Nauen

Als Orgelbauer in Berlin etabliert. Realisierte gemeinsam mit CARL FRIEDRICH SCHINKEL das spektakuläre Projekt einer Zinkpfeifenorgel mit gußeisernem Gehäuse (Schinkel-Entwurf) für Hohenofen bei Neustadt an der Dosse, welches sich nicht bewährte und der Kritik des Neuruppiner Orgelrevisors Friedrich Wilke zum Opfer fiel.

Quellen und Literatur: EZA Berlin - Taurbuchkopie der Sophienkirche, Berlin; Totenbuchkopie der Neuen Kirche, Berlin und Traubuchkopie der Parochialkirche, Berlin / Allgemeines Adreßbuch für Berlin, Berlin 1823 / AMZ l817 Nr. 19 / BLHA Potsdam - Rep. 2 A 11 Gen. Nr. 1750

MARX, CARL ERNST FRIEDRICH

Geb. 19.04.1801 in Berlin
Gest. 25.05.1855 in Berlin "an Halsschwindsucht"
Vater: Friedrich Emanuel Marx (s.o)
Heirat: 1827 mit Louise Marie Platz (Tochter des Schuhmachermeisters Platz zu "Colberg") in Kolberg

Schüler seines Vaters. Erfolglos als Orgelbauer in Berlin etabliert.

Quellen: EZA Berlin - Taufbuchkopie der Parochialkirche, Berlin sowie Toten- und Traubuchkopie der Neuen Kirche, Berlin / LA Berlin (Stadtarchiv) - A I Gen. Nr. 48

 

Mecklenburger Orgelbau

 

Orgelbauunternehmen in Plau am See (Mecklenburg), dass 1965/66 von Wolfgang Nussbücker gegründet worden und 1999 in die Hände seines ehemaligen Schülers und Mitarbeiters Andreas Arnold übergegangen ist. Die hier gebauten „Instrumente sind in erster Linie für die Liturgie und die musikalische Umrahmung von Gottesdiensten und Messen konzipiert. Bei entsprechender Größe wird auch die Konzertfähigkeit nicht außer Acht gelassen. Höhepunkt im Jahr 2000 war die Fertigstellung einer zweimanualigen Orgel in der Abteikirche St. Marien Helfta/Eisleben" (Arnold). Zunehmend ist das Unternehmen auch außerhalb seines engeren Wirkungskreises aktiv und um bestmögliche Restaurierungen bemüht. Die optimal ausgestattete Werkstatt beschäftigt Mitarbeiter mit hoher Fachkompetenz und strebt bei verschiedenen Projekten auch die Zusammenarbeit mit anderen Orgelbaufirmen an.

Quellen und Literatur: Orgelhand buch Brandenburg Bd. 1, Berlin 2005 / Andreas Arnold unter: www.mecklenburger-orgelbau.de

MIGENDT, PETER

Geb. 1703 in Birthelm/Siebenbürgen
Gest. 19.09.1767 in Berlin "an Brustkrankheit"
Heirat: 02.12.1748 mit Catharina Elisabeth Balke (Tochter des Mühlenmeisters Friedrich Balke zu Neu-Angermünde und Schwester der Frau von Ernst Julius Marx, s.o.) in der Berliner Jerusalemkirche.

Erbaute ein Haus auf der Contrescarpe in Berlin. Seit 1756 eingetragener Bürger. Schüler, bedeutendster Vermächtnisträger, 17 Jahre lang Mitarbeiter sowie Nachfolger JOACHIM WAGNERS, Berlin.

Schüler: vermutlich Ernst Julius Marx (u.a.)


Quellen und Literatur: Berliner Bürgerbuch / EZA Berlin - Totenbuchkopie der Georgenkirche, Berlin und Traubuchkopie der Jerusalemkirche, Berlin / Heinz Herbert Steves, Der Orgelbauer Joachim Wagner, Phil. diss., Köln 1937 / GStA Berlin - Abt. X Rep. 40
 

MITTELDEUTSCHER ORGELBAU A. Voigt
 

Traditionsreiches Orgelbauunternehmen in Bad Liebenwerda, das 1905 von Arno Voigt (*1876-†1930) gegründet, seit 1930 durch dessen Sohn Arno Voigt jun. (*1903-†1986) weitergeführt wurde, 1961 in die Hände von Dieter (*1935) und Gisbert Voigt (*1940) überging und gegenwärtig in der vierten Generation von Markus Voigt (*1960), Matthias Voigt (*1967) und Andreas Voigt (*1968) geleitet wird, sich in den letzten Jahren besonders innovativ an der Entwicklung verschleißarmer Präzisionsteile für die Tontraktur, setzerintegrierter Schwellersteuerungen sowie anderer Spielhilfen beteiligte und orgelbaukonzeptionell eine musikalisch-künstlerische Einheit anstrebt.

 

Quellen: Freundliche Mitteilung von Mitteldeutscher Orgelbau A. Voigt / www.orgelbau.de

 

Morgenstern, Friedrich Leopold

 

Geb. 16.06.1799

Gest. 06.03.1852

 

Von Guben aus wirksamer Meister, der nicht nur in der Niederlausitz, sondern vereinzelt auch im Norden der Mark Brandenburg tätig war und neben handwerklich hochstehenden Neubauten auch zahlreiche Umbauarbeiten ausführte.

 

Quellen: Orgeldatei des Verfassers


MORS, ANTONIUS

 

Geb. um 1500 in Antwerpen/Niederlande
Gest. vor August 1562

Wie sein gleichnamiger Vater (gest. 1539) Organist an der Abtei St. Michel in Antwerpen. Schon vor 1517 als Gehilfe des Vaters genannt. 1555 Auftrag zum Neubau einer Orgel im Schweriner Dom. In der Folgezeit vornehmlich an den Höfen Schwerin und Berlin. 1559/60 Neubau eines Werkes für Kurfürst Joachim II. Hektor.

Literatur: Musik in Geschichte und Gegenwart, Bd 9

PETERSZSOON, FABIAN

 

„Prätorius nennt ihn M(agister) Fabian Peters von Sneek und berichtet, daß er zu Rostock, Stralsund und anderen Orten Schleifladen zu seinen Orgelbauten verwendet. Der Herkunftsort ist offenbar das in der niederländischen Provinz Friesland gelegene Städtchen Sneek. Damit gehört Petersen zusammen mit Mors, Rottenstein u.a. als Orgelbauer in den großen Strom niederländischer Musiker, der im 16. Jahrh. Deutschland allenthalben überflutet. Petersen ist um 1566 in Rostock verheiratet und als Orgelbauer ansässig.“ Seine Tätigkeit ist u.a. an folgenden Orten belegt:

 

1564

Neubau in Parchim, St. Georgen  

1566           

Reparatur in Wismar, St. Marien

1567

Neubau in Prenzlau, St. Marien, III/ca. 35 P

1570           

Neubau in Malchin, St. Johannis

1575/77     

Neubau in Greifswald, St. Nicolai

1576/78     

Neubau in Greifswald, St. Jacobi

        

Literatur: Orgelhandbuch Brandenburg Bd. 1, Berlin, 2005

 

Petri, Johann

 

Johann Petri ist bisher nur durch seinen 1568 ausgeführten Neubau in St. Marien zu Angermünde bekannt geworden, wo er ein zweimanualiges Werk errichtete, dessen Rückpositiv Joachim Wagner dort 1745 teilweise für seinen Neubau in der Franziskaner-Klosterkirche verwendete.

 

Quellen und Literatur: Freundliche Mitteilung von Karl Richter, Bad Freienwalde und Orgelhandbuch Brandenburg Bd. 1, Berlin, 2005

REICHEL, GEORG

 

Bedeutender Orgelbauer des 17. Jahrhunderts im sächsischen Halle.

Literatur: Ernst Schäfer, Laudatio Organi, Leipzig 1982

REMLER, WILHELM (auch Remmler)

 

Geb. 28.10.1824 in Lübben (Spreewald)

Gest. 06.02.1896 in Berlin

Vater: Johann Christian Remmler, Schuhmacher (Lübben)

 

Wilhelm Remler trat am 25. Juni 1839 in die Lehre des Lübbener Tischlermeisters Päprer ein und wurde am 19. April 1843 zum Gesellen gesprochen. Anschließend erwarb er innerhalb von 10 Jahren „in der Fremde“ umfassende Kenntnisse als Orgelbauer, bis er sich schließlich in Berlin niederließ, wo er ein eigenes Geschäft in der Kochstraße 25 gründete und 1851 sein erstes - für eine Missionsstation in Ostindien bestimmtes - Werk in der Königlichen Akademie der Künste ausstellte und bei dieser Gelegenheit vom König und dessen Gemahlin persönlich angesprochen wurde. - Remler entwickelte sich trotz schwierigster persönlicher und wirtschaftlicher Verhältnisse zu einem bedeutenden Berliner Orgelbauer des 19. Jahrhunderts, der zunächst allein und später zeitweise mit seinem Sohn (vorwiegend im märkischen Raum) zahlreiche grundsolide mechanische Schleifladenwerke erbaute und ein Œuvre von über 50 Werken hinterließ.

 

Literatur: Orgelhandbuch Brandenburg Bd. 1, Berlin 2005

 

Reubke, Adolf sen.

 

Geb. 06.12.1805 in Halberstadt

Gest. 03.03.1875 in Hausneindorf

Vater: Georg Benjamin Reubke, Domainen-Einnehmer (Halberstadt, Hausneindorf)

 

Reubke, Emil jun.

 

Geb. 21.01.1836 in Hausneindorf

Gest. 1884 in Hausneindorf

Vater: Adolf Reubke (wie vorstehend)

 

Orgelbaufirma in Hausneindorf (Harz), die von Adolf Reubke (dem Vater des berühmten Komponisten Julius Reubke) gegründet und ab 1860 gemeinsam mit dem Sohn Emil als Teilhaber (Reubke & Sohn) betrieben wurde, der das Geschäft 1872 übernahm.

Das Unternehmen trieb die Orgelbautechnik u.a. durch Versuche mit einem damals neuartigen Gebläsemotor, die Entwicklung einer Röhrenlade und pneumatischer Druckknöpfe am Spieltisch voran.

 

Quellen: Orgeldatei des Verfassers

RÖDER, JOHANN MICHAEL MARTIN

 

Gest. 1748

Wirkte in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts als "Orgelbauer und Glockenspiel-Macher" von Berlin aus. 4 Jahre Gehilfe bei ARP SCHNITGER d. Ä.

Einige Werke in der Mark:

1713/15

Berlin, Alte Garnisonkirche II/23 P

1717           

Berlin, Dorotheenstädt. Kirche I/13 P

1720           

Berlin, Alte Domkirche II/32 P

1720/22

Crossen, St. MarienII/55 P

1742

Greiffenberg b. Angermünde I/13 P

1744

Prenzlau, Hlg. Geist-Kirche I/ P

1745

Prenzlau, St. Marien II/20 P

                  
Quellen und Literatur: GStA Berlin - Rep. 9 KK 16 Fasc. 3 / Gustav Fock, Arp Schnitger und seine Schule, Kassel 1974 / Orgeldatei des Verfassers

 

Rühle (Werkstatt für Orgelbau W. Rühle)

 

Traditionsreiches Orgelbauunternehmen in Moritzburg bei Dresden, daß 1932 von Wilhelm Rühle (*1906 - †1993) gegründet, nach Kriegsunterbrechung 1948 fortgesetzt und 1988 von dessen Sohn Wieland Rühle (*1938) übernommen wurde, der die Werkstattführung seinerseits am 1. Januar 2007 in die Hände seines Sohnes Christoph legte. Über die Grenzen Sachsens hinaus gefragter Fachbetrieb, der sich neben dem Neubau charaktervoller Schleifladenorgeln insbesondere auf die Restaurierung kunst- und kulturgeschichtlich wertvoller Instrumente konzentriert und für alle im Orgelbau vorkommenden Arbeitstechniken ausgerüstet ist.

 

Quellen: www.orgelbau-ruehle.de

 

Rühlmann

 

1842 in Zörbig (Sachsen-Anhalt) gegründetes Orgelbauunternehmen, das nacheinander von Friedrich Rühlmann (*ca. 1790 - †nach 1866), dessen Sohn Wilhelm sen. (*06.12.1842 - †08.11.1922) und Wilhelm jun. (*1882 - †1964) auf sehr hohem Niveau geführt wurde, im 2. Weltkrieg erlosch und auch bedeutende Instrumente im Raum Brandenburg hinterließ.

 

Quellen: Orgeldatei des Verfassers

SAUER, KARL ADOLF ERNST

Geb. 05.02.1799 in Karlsburg bei Anklam
Gest. 13.09.1873 in Friedland/Mecklenburg
Vater: Ernst Michael Sauer, Schmiedemeister in Karlsburg.
Mutter: Maria Christine Sauer
Heirat: 05.01.1822 mit Johanna Christine Sumke aus Lindow bei Schönbeck/Mecklenburg

Erlernte das Schmiedehandwerk und wanderte 1820 in das Großherzogtum Strelitz nach Schönbeck bei Friedland (s.o.) aus. Baute 1835 als Autodidakt für die dortige Dorfkirche eine Orgel mit eiserner Mechanik. Daraufhin folgte eine vom Großherzog finanzierte Orgelbauerlehre bei GEORG FRANZ RATZMANN, Ohrdruf in Thüringen. 1838 Verkauf der Schmiede und Eröffnung einer Werkstatt in Friedland, die er später gemeinsam mit seinem Sohn Wilhelm (s.u.) betrieb, unter dessen Einfluß bereits 1859 eine Registerkanzellenorgel (mechanische Kegellade) entstand. Wirkte bis 1870.


Quellen: Hausarchiv der W. Sauer Orgelbau GmbH, Müllrose.

SAUER, WILHELM

 

Geb. 23.03.1831 in Schönbeck bei Friedland/Mecklenburg
Gest. 09.04.1916 in Frankfurt a.d. Oder
Vater: Ernst Karl Adolf Sauer (s.o.)

Heirat: 01.03.1859 mit Minna Auguste Penske, Tochter des Kantors zu Friedland (Mecklenburg)
Heirat: 07.09.1878 mit Ida Henriette Anna Brauer (1848 - 1924), Tochter eines Brauereibesitzers in Potsdam

Trat 1848 in die Lehre seines Vaters ein. Reiste zur Vervollkommnung durch Deutschland, nach England, in die Schweiz und nach Frankreich. Arbeitete längere Zeit bei WALCKER & CIE., Ludwigsburg, und CAVAILLÉ COLL, Paris. Seit 1855 Leiter der väterlichen Filiale in Deutsch Krone (Hinterpommern). 1857 Gründung einer eigenen Werkstatt in Frankfurt/O. Nach anfänglichen Schwierigkeiten rascher Bedeutungszuwachs auch im Ausland. Brachte Neuerungen aus dem französischen Orgelbau (u.a. Flûte harmonique und Voix celeste) und eigene Erfindungen in seine Werke ein. Hatte in den ersten 10 Schaffensjahren bereits über 70 Instrumente fertiggestellt (früher Übergang zu industrieller Produktionsweise). Seit dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts bis zum Ruhestand bedeutendster märkischer und einer der profiliertesten Meister Deutschlands. Baute 1100 Orgelwerke, darunter vier mit mehr als 100 Registern. 1881 Patentierung eines Kombinationspedals. 1884 Verleihung der Prädikate "Königlicher Hoforgelbaumeister" und "Akademischer Künstler". 1892 Einführung der pneumatischen Kegellade.

1910 Übergabe der Firma an den langjährigen Mitarbeiter PAUL WALCKER (31.05.1846 - 06.06.1928), dem maßgeblicher Anteil an der Einführung der Pneumatik und der elektrischen Traktur zukommt.

1917 Übernahme der Firma durch Paul Walckers Neffen DR. OSCAR WALCKER (01.01.1869 - 04.09.1948), welcher der Firma bis 1948 vorstand. Dieser setzte Orgelbaumeister KARL RUTHER (07.11.1867 - 24.11.1956) als Werkleiter ein.


1945 wurde ANTON SPALLEK vom Rat der Stadt Frankfurt/O. mit der Betriebsleitung beauftragt, die 1966 in die Hände des Sohnes GERHARD SPALLEK überging. 1972 Verstaatlichung zum Volkseigenen Betrieb (VEB).

1990 erfolgte die Rückführung in das Eigentum des Stammhauses Walcker und 1994 die Verlegung der Betriebsstätte nach Müllrose, wo der Inhaber 1996 die Umfirmierung zur W. Sauer Orgelbau (Frankfurt/Oder) Dr. Walcker-Mayer GmbH & Co. KG veranlasste. Im Jahr 2000 kam es zur Insolvenz des saarländischen Stammbetriebes, der ein Eigentümerwechsel des Betriebes in Müllrose und die Eintragung als „W. Sauer Orgelbau Frankfurt (Oder) GmbH“ in das Handelsregister folgte. - Seitdem liegen die Geschicke der Firma in den Händen der Gesellschafter und Sauer-Mitarbeiter Peter Fräßdorf, Peter Dohne, Michael Schulz und Ulrich Büttner.

Quellen: Hausarchiv der W. Sauer Orgelbau GmbH Müllrose / AdK Berlin (SA) - Die Ernennung der Akademischen Künstler, Verzeichnis 137 / www.sauerorgelbau.de

SCHÄCHNER, CHRISTIAN

Begraben am 16.09.1689 in Senftenberg/Niederlausitz

Organist und Orgelbauer zu Senftenberg. Konservative Dispositionsprinzipien.

1666/67 Nb Lübben, Ev. Stadtkirche, II/25 P


Quellen: Senftenberger Kirchenbücher / BLHA Potsdam, Außenstelle Lübben - Sect. III. Kap. 9 Nr. 2


Scheffler, Christian

 

Geb. 1954

 

Gründete nach seiner Tätigkeit als Chefrestaurator von W. Sauer Orgelbau (s.o.) 1990 eine eigene Firma in Sieversdorf bei Frankfurt/Oder, die sich seitdem besonders auf die Restaurierung pneumatischer und mechanischer Instrumente des 19. Jahrhunderts konzentriert.

 

Quellen und Literatur: Firmenauskunft

 

SCHERER, JACOB

 

Gest. um 1574 in Hamburg

Schüler: Hans Scherer (Sohn), Dirk Hoyer, Hans Bockelmann

1557 Nb Brandenburg, St. Gotthard

Literatur: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Bd 11

SCHERER, HANS d. Ä.

Geb. um 1525 in Hamburg
Gest. 1611 in Hamburg
Vater: Jacob Scherer (s.o.)

Schüler: Antonius Wilde, Hans Bockelmann, Hans Scherer d. J. (Sohn), Friedrich bzw. Fritz Scherer (Sohn)

1572/73 Nb Bernau, St. Marien.


Literatur: wie vorstehend

SCHERER, HANS d. J.

Geb. um 1580 in Hamburg
Gest. nach 1631
Vater: Hans Scherer d. Ä. (s.o.)


Alle Vertreter der Familie Scherer waren zu ihrer Zeit maßgebliche Meister des niederdeutschen Orgelbaus mit starker Ausstrahlungskraft in die angrenzenden Gebiete.

Literatur: wie vorstehend

 

Schlag & Söhne

 

Der Name steht für eine Orgelbauerfamilie in Schlesien, die in zwei bedeutenden, aber selbständigen Unternehmen existierte“, welche als „Schlag & Söhne“ und „Gebrüder Schlag“ firmierten.

 

I. Die Firma Schlag & Söhne, Schweidnitz, wurde von Christian Gottlieb Schlag (*1803 Staschwitz in Thüringen - †1889 Schweidnitz) begründet. Er war zunächst Schüler von Schönburg in Schafstädt (Thüringen), kam dann zu Andreas Engelhardt (Herzberg), Hammer (Magdeburg) und Kiesewalter (Jauer), nach dessen Tod er 1831 die Nachfolge in Jauer antrat. „1832 bildete er seinen Bruder Johann Karl Schlag (*1808 Staschwitz - †um 1870 Schweidnitz) aus, mit dem er dann den Betrieb teilte. 1834 übersiedelten sie nach Schweidnitz. Mit dem Eintritt der Söhne Christians: Theodor Schlag (*1847 Schweidnitz - †1912 ebenda) und Oskar Schlag (*1848 Schweidnitz - †1918 ebenda) im Jahre 1869 wurde auch der Betrieb erweitert. 1900 erhielten sie den Titel „Kgl. Hoforgelbauer“: 1903 wurden Theodors Söhne: Reinhold Schlag (*1874 Schweidnitz - †nach 1952) und Bruno Schlag (*1879 Schweidnitz - †1951 Hof/Oberfranken) Teilhaber der zu einer KG erweiterten Firma, die bis zu 120 Arbeitsplätze bot, dann aber 1923 erloschen ist. An technologischen Fortschritten sind erwähnenswert: nach 1870 Bau der Kegellade mit Hängeventilen; Registerschweller mit Tritt; 1875 Röhrentraktur mit Hochdruckwind; 1888 elektropneumatisches Regierwerk, freie Kombinationen (Berlin, Philharmonie). 1914 wurde Opus 1000 hergestellt. Oskar Schlag war Gründer und erster Vorsitzender des Vereins deutscher Orgelbaumeister; er zeichnete die ersten Einheitsmaße für Orgelklaviaturen und trat 1906 in den Ruhestand. - Durch die außerordentlich große Produktivität und hohe Qualität seiner Produkte erschloß sich das Unternehmen einen Wirkungskreis, der weit über die schlesischen Grenzen hinausreichte und wiederholt auch zu Aufträgen in der Mark Brandenburg führte. Die wenigen in dieser Region noch erhaltenen Werke verdienen un-sere ganze Beachtung und Werschätzung.

II. Die Gebrüder Schlag, Schweidnitz. „Nach dem Ausscheiden von Karl Schlag aus dem Geschäft des Bruders 1869 eröffneten dessen Söhne Karl (†1873 Schweidnitz) und Heinrich (†1903 Liegnitz) eine eigene Firma in Schweidnitz unter dem Namen Gebrüder Schlag, ab 1874 als „Heinrich Schlag, vorm. Gebr. Schlag“, die von dem Neffen Ernst Schlag (*1852 Profen - †1941 Schweidnitz) fortgesetzt wurde. Dessen Söhne Martin (*1886 Schweidnitz) und Hans Schlag (*1889 Schweidnitz) führten die Firma in der dritten Generation und bauten meist kleine pneumatische Orgeln in Schlesien; sie erreichten nicht ganz die Bedeutung ihrer Schwesterfirma Schlag & Söhne. Die Gebrüder Schlag schränkten schon ab 1909 ihre Neubautätigkeit stark ein und lebten ab den 30iger Jahren nur noch von Reparaturen und Wartungen.“

 

Literatur: Orgelhandbuch Brandenburg Bd. 1, Berlin, 2005
 

SCHNITGER, ARP

Geb. 02.07.1648 in Schmalenfleth (Kirchengemeinde Golzwarden) in der oldenburgischen Wesermarsch.
Gest. Juli 1719. Am 28. Juli beigesetzt in seinem Erbbegräbnis in der Kirche zu Hamburg-Neuenfelde.
Heirat: 03.02.1684 mit Gertrud Otte (Tochter des Hamburger Kaufmanns Hans Otte).

Entstammt einer alten Tischler- bzw. Schnitgerfamilie. Lehre des Tischlerhandwerks bei seinem Vater. Seit 1666 Orgelbauer Ausbildung bei seinem Vetter BERENDT HUSS, Glückstadt in Holstein. Übersiedlung nach Hamburg (Bürgerrecht). 1708 Ernennung zum Königlich Preußischen Hoforgelbauer. Maßstabsetzender niederdeutscher Meister mit ausgedehntem, grenzüberschreitenden Wirkungskreis.

Werke in der Mark:

1706

Berlin-Charlottenburg II/26 P

1706/07

Berlin, St. Sebastian II/24 P

1706/08

Berlin, St. Nikolai III/40 P


Literatur: wie vorstehend und Gustav Fock, Arp Schnitger und seine Schule, Kassel 1974

SCHNITGER, ARP

Getauft: 22.04.1686
Gest. 1712 in Hamburg

Ältester Sohn von Arp Schnitger (s.o.)

Literatur: wie vorstehend

SCHNITGER, HANS

 

Geb.14.05.1688.
Gest.1708 (ertrank in der Elbe)

Zweiter Sohn vo