Forschung (Diese Beiträge dürfen mit
entsprechendem Verfasser- und Herkunftsverweis gern zitiert bzw. als Quelle
verwendet werden.) WB=Wolf Bergelt
Was Du erforschet, hast Du miterlebt ! (Wahlspruch der Fidicin-Medaille)
Eine Vermutung, die Gewißheit wurde: Reichenwalde
Ein stumm gebliebener Bildklang für die Schloßkirche Stettin
Joachim Wagner und kein Ende: Quizfrage 4
Ein bedeutendes Zeitzeugnis für Albert Lang
Ein lamentöser Migendt?: Quizfrage 3
Joachim Wagner und kein Ende: Quizfrage 2 (ist beendet und wird in „Orgelhandbuch Brandenburg“ Band 2
ausgeführt)
Späte Rehabilitation durch einen Zeitgenossen: Johann Gottlob Teschner
Mit amtsbrüderlicher Begrüßung und Heil Hitler!
Drei auf einen Streich in Lichtenberg:
Landow, Leiniger und Zeidler
Zwei Mörderengel im Dom
zu Fürstenwalde
Joachim Wagner in Trebbin
Alte Dokumente neu entdeckt: Alt Ruppin
Alte Dokumente neu entdeckt: Seelow - 2. Streich
Alte Dokumente neu entdeckt: Seelow - 1. Streich
Ein bißchen Gottlieb Scholtze
Die Bauzeit der Orgel in Bötzow ist gewiß
Das Rätsel Passow ist gelöst,
oder: Das Ende einer Hypothese
Schinkel und ein Rätseltext, oder: Zachow gibt uns
noch zu denken
Ein kaum bekannter, erlesener Tamitius-Fund in
Cottbus
Alte Dokumente neu entdeckt: Beeskow - 5. Streich
Alte Dokumente neu entdeckt: Beeskow - 4.
Streich
Alte Dokumente neu entdeckt: Beeskow - 3. Streich
Alte Dokumente neu entdeckt: Beeskow - 2. Streich
Alte Dokumente neu entdeckt: Beeskow - 1. Streich
Ein unbekannter Pinckert-Riß
"... ersterbe ich in tiefster Ehrfurcht ...": ein
Dokument von Friedrich Marx
Der Fall Waisenhaus-Orgel, oder: Wagners Irrfahrt durch den
Blätterwald
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Blick auf die Spree vom Osten her: Zuckermanufaktur Splittgerber (links), Waisenbrücke und im Hintergrund die Inselspeicher-Gebäude (Mitte), Waisenhaus (rechts) und im Vordergrund die Gebäude der Flussbadeanstalt, 1833 Kolorierter Stahlstich nach einer Vorlage von Eduard Gärtner |
Quizfrage: Auf welche Orgel bezieht sich dieses unlängst
entdeckte sensationelle Schriftstück Joachim Wagners? Die Beantwortung der hier
leider ungelösten Rätselfrage einschließlich der Dokumentation aller 15
Wagner-Autographe finden Sie in „Orgelhandbuch Brandenburg“ Band 5,
ISBN 978-3-937378-11-4
Der Fall Storkow oder: Wie malen wir ein
Wagner-Bild?
Wagners Urkonzept für
die Schloßkapelle in Schwedt an der Oder
Die sensationelle Wiederentdeckung einer Transmissionsorgel
in Pruszyn/Polen
Alles, was wir bisher über Joachim Wagner wussten, reichte aus,
um ihn als einen der ganz Großen der Orgelbaugeschichte zu erkennen. Und gerade
deshalb war und ist es zugleich auch immer zu wenig, um sich damit zufrieden zu
geben. Zu verheißungsvoll und bedeutend sind die zahlreichen verbalen Hinweise
auf bisher Unentdecktes in Wagners Gesamtwerk, als das der leidenschaftliche Forscher
dabei „in Ruhe stehen könnte“, um es in Wagners eigenem Sprachgeist zu sagen.
Dass zweifellos größte Geheimnis seiner Kunst war bisher die Bauart seiner
Transmissionsorgeln, das zu lüften wohl bisher keiner auch nur zu hoffen gewagt
hatte. Bestenfalls hätte man vielleicht noch mit dem Auftauchen einer
unbekannten Schriftquelle gerechnet, niemals aber mit einem ganzen Werk. Und
doch, dass Unglaubliche ist eingetreten, dort, wo man es am allerwenigsten
vermutet bzw. gesucht hätte: Eine weitgehend komplette Transmissionsorgel
Wagners, deren „immense Bedeutung für die Wagnerforschung alle bisherigen
Wiederentdeckungen bei weitem übertrifft.“ (Kollmannsperger)
Damit ist die Wagnerforschung auf eine Stufe gelangt, von wo aus sich ein
Ausblick eröffnet, der das gesamte bisherige Wagnerbild tiefgreifend
beeinflussen und verändern dürfte. (WB)
2004, also zu einem Zeitpunkt, zu dem man bereits
annehmen musste, dass die Werkliste Joachim Wagners wohl kaum noch weiter
wachsen würde, ist es dem Bad Feienwalder Orgelforscher Karl Richter - der
bereits 2003 ein teilweise erhaltenes Instrument im polnischen Zachow entdeckt
hatte (s.o.) - erneut gelungen, ein Instrument ausfindig zu machen, dessen
Urheberschaft eindeutig auf Wagner zurück geht. Es handelt sich um ein nicht
mehr existierendes Werk in der Franziskaner-Klosterkirche zu Angermünde.
Obwohl oder vielleicht gerade weil die Orgelbaugeschichte
Angermündes restlos erschlossen zu sein schien und deshalb dort keine
Neuigkeiten zu erwarten waren, ist dieser Quellenschatz (im Angermünder
Stadtarchiv) von allen Forschern bisher offenbar übersehen worden. Trotzdem
stand bis heute die ungeklärte Frage im Raum, wo denn Wagner seine Werkstatt
während des Orgelbaus in der Marienkirche eingerichtet haben mochte, in der,
wie wir wissen, während der gesamten Bauzeit ungehindert Gottesdienst
abgehalten worden ist. Es liegt nahe, dass die damals wenig genutzte
Franziskanerklosterkirche dazu gedient hat. Als Karl Richter dieser und anderen
offenen Fragen nachzugehen versuchte, stieß er auf ein unbekanntes Dokument.
Der Quellenfund dokumentiert den Bau einer kleinen Orgel,
für die Wagner Teile des alten Werkes aus der Marienkirche verwendet hat.
Wagner entwarf 1743 eine „Disposition, wie die Orgel in der
Kloster-Kirche alhier, nach denen umständen des auß der Großen Kirche
abgenommenen Rück-Positifs werden kan und nöthig ist.“
Principal 4’ / Gedackt 8’ /
Rohrflöte 4’ / Naßat 3’ / Octav 2’ / Quinta 1 ½’ /
Cornet 3f. / Mixtur 1’ 3f.
Karl Richter entdeckt eine unbekannte Wagner-Orgel in Zachow (ehem.
Neumark)
Nachdem
die Werkliste Joachim Wagners nunmehr bereits auf über 50 Instrumente angewachsen
war, konnte der Bad Freienwalder Orgelforscher Karl Richter am 16. Februar 2003
ein weiteres bisher unentdecktes Werk ausfindig machen, dass aus der Hand des
großen Joachim Wagner stammt. Die - leider pfeifenlose - Orgel befindet sich
auf der Westempore der Kirche des einst neumärkischen Dorfes Zachow, unweit des
etwa 15 Kilometer entfernten Königsberg, wo Wagner 1736 eines seiner großen
dreimanualigen Werke errichtete. Obwohl eine 1944 erstellte Orgelkartei das
Instrument einem der Berliner Orgelbauer Buchholz zugeschrieben hatte, wußte
Richter durch einen gelegentlichen Blick durch eines der Kirchenfenster schon
länger, daß zumindest das Gehäuse auf eine frühere Entstehungszeit zurückgehen
musste. Als er nach mehreren vergeblichen Versuchen endlich eine offene Kirche
vorfand und die Orgel auch fotografieren konnte, stellte sich heraus, daß auch
das Werk aus dem 18. Jahrhundert stammt.
Soweit zunächst erkennbar und wie nun auch schriftlich belegt, handelt es sich um
ein „Schwesterinstrument“ der 1736 - also ebenfalls im Baujahr des Königsberger
Instrumentes - entstandenen Gramzower Orgel in der Uckermark. Das Regierwerk,
die Disposition, die Terassenwellenmechanik und die Grundkonzeption des
Prospektes gleichen einander fast aufs Haar. Gerade jetzt, da die Restaurierung
des Gramzower (jetzt im uckermärkischen Sternhagen stehenden) Werkes ansteht,
kommt dieser Fund wie gerufen, weil sich dadurch letzte offene Fragen endgültig
schlüssig beantworten lassen dürften. (WB)