|
|
Empfangshalle Die Orgel ist kein christliches
Instrument, genausowenig, wie jedes andere Instrument aus sich heraus
christlich sein kann, aber das Christentum hat in einem Ausmaß für ihre
weltweite Verbreitung gesorgt, daß man sie und Kirchen heute kaum
ohneeinander zu denken vermag. Bevor sie sich mit dem Christentum verband,
lag bereits eine jahrhundertelange Geschichte hinter ihr, in der sie -
angefangen von griechischen Wett- und römischen Gladiatorenkämpfen bis hin
zum byzantinischen Kaiserkult - öffentlichen Spektakeln und privaten
Vergnügungen diente, die alles andere als christlich waren. Selbst im
Jahrhundert ihrer endgültigen Ankunft in Europa, nachdem sie 757 als Geschenk
von (byzantinischem) Kaiser zu (fränkischem) Kaiser beeindruckt hatte, stand
sie ganz im Zeichen weltlicher, aber - infolge der Allianz von Kreuz und
Krone - schon bald auch fürstbischöflich-klerikaler Macht. Von hier aus trat
sie ihren Weg in die Welt europaweiter Christianisierung an, der zunächst
über deren Vorposten, die Klöster führte, weil nur dort das know how zur
Verfügung stand, das für solch einen komplizierten Kulturgegenstand nötig
war. Kein Wunder also, daß so auch die klösterliche Musikpflege zur Keimzelle
eines sich wechselseitig bedingenden Gestaltwandels wurde, in dem sich
Kirchenmusik und Kirchenorgel bis auf den heutigen Tag beeinflussen. Zugleich
sehen wir, wie die Orgel nach ihrer Aufnahme durch das Christentum - wenn
auch in viel bescheidenerem Maße - für „weltliche”
Zwecke wiederentdeckt wurde und dort als Portativ (tragbare Kleinstorgel)
unter den Spielleuten, als Positiv (Kleinorgel) und Kammerorgel bei Hofe, in
Adels- und Bürgerhäusern sowie als große Konzertorgel bis hin zur Kino-,
Dreh- und Jahrmarktsorgel immer eine Rolle gespielt hat. Zu den Foren: |
|
Einleitung
Geschichte Orgelbauer Forschung
Bücher/CDs Varia
Links |
|